Sonntag, 29. Mai 2016

Dickbauchemma, Knubbelbaby und die älter werdende Frau

Mein Wochenende... Nicht in Bildern, aber in Worten. Irgendwie kann ich das doch besser als die Sache mit den Fotos.

Ich sitze gerade in meinem Wohnzimmer. Auf dem Teppich. Die Balkontür ist geöffnet, ein warmes Lüftchen bewegt die aufgehängte Wäsche und verhindert die Sicht auf meine Blumen und durch das Geländer. Meine Augen schweifen auf die Wolken am Himmel und ich frage mich, ob heute endlich der lang ersehnte Regen kommt.

So... Jetzt unterbrach ein Anruf meiner Schwester den Schreibfluss.

Ich sitze also nach wie vor auf dem Wohnzimmerboden und denke immer wieder an die vergangenen Stunden.

Freitag organisierte ich binnen weniger Wimpernschläge die Einschulung der Minimadame. Ja, dieses Jahr steht ganz im Zeichen des kleinen großen Schulkindes. Ich bestellte die Schulmappe und die Einladungskarten - zum Basteln hat meine Motivation irgendwie nicht gereicht - buchte eine Dampferfahrt für uns und die Gäste, klärte den Tagesablauf und die Örtlichkeit mit meiner Mama ab... Und dann saß ich auf dem Sofa und musste schlucken. Mit der Maus klickte ich mich durch die Fotos auf dem Laptop. Die Minimadame im Bauch. Die Minimadame ein paar Tage alt. Die Minimadame... Nichts mehr mit mini. Groß ist sie geworden, eine richtige junge Dame mit frecher Schnute und ordentlich Wortwitz, Kommandos für die ganze Familie und all ihre Freunde, Fragen über Fragen und reichlich Wissen im Kopf.

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Ist es tatsächlich schon sechs Jahre her, dass ich mich als Dickbauchemma durch die Kleinstadt kugelte?


Vor sechs Jahren war ich eine Woche zuhause, nachdem ich wegen vorzeitiger Wehen im Krankenhaus lag, sollte mich noch schonen und alles langsam angehen lassen. Vor sechs Jahren feierte ich kugelrund meinen 25. Geburtstag und konnte das wichtigste Ereignis in meinem neuen Lebensjahr kaum erwarten.


Gerade lasse ich meinen 31. Geburtstag ausklingen. Ja, ich werde alt. Und auch jetzt sitze ich wieder mit einem dicken Kullerbauch hier, allerdings ist der diesmal eher Modell Naschbrettbauch-Feinkostgewölbe.

Sechs Jahre sind ins Land gezogen, in denen so unglaublich viel passierte. Auch dieses neue Lebensjahr wird von diesem einen wichtigen Schritt der Minimadame bestimmt. Mein kleines süßes Knubbelbaby kommt zur Schule. Ich kann es nach wie vor nicht fassen, der Gedanke ist irgendwie nicht greifbar. So sehr vermisse ich ihr Glucksen, Brabbeln und Blubbern. Ihre niedlichen Speckfältchen. Ihre Händchen, die unkontrolliert in die Luft greifen, immer in der Hoffnung, dass sie etwas zu fassen kriegen.





Ich muss aufhören, sonst ertrinkt meine Tastatur in einem Meer aus Tränen. Meine Emotionen und ich... Ein Kapitel für sich, das wohl nie ein Ende findet.

Kommen wir zurück zum Wochenende, welches ja aus mehr Tagen als nur dem Freitag besteht. Gestern fuhren wir spontan zum Möbelschweden mit den leckeren Hot Dogs - einer davon landete auch noch in meinem Inneren - und ich erfüllte mir ein paar kleinere Geburtstagswünsche. Ohne Mist, ich habe noch nie so wenig Geld in meinem Lieblingsmöbeldekokerzenpflanzenallesmarkt gelassen. Darüber kam ich dann bis zum Abend nicht wirklich hinweg, so sehr erstaunte mich meine sparsame Tour *grins* Aber für alles gibt es eine Premiere und meine kleinen Geschenke fühlten sich nicht weniger erfolgreich an wie die großen. Übrigens wollten die Blumenkinder erstmals allein im Smaland - ich kriege gerade nicht diesen doofen Kreis über dem A hin - bleiben und waren zutiefst erschüttert, als die 90 Minuten vorbei waren und ich sie wieder "auslösen" musste.

Abends gab es dann Besuch inklusive Grillen auf Balkonien. Es wurde verhältnismäßig spät, aber es war einfach schön. Sehr lustig vor allem.

Heute ging die Fresserei dann weiter. Zum Mittag gab es Pizza vom Italiener und nachmittags Kaffee und Kuchen mit meinen Eltern und meiner kleinsten Schwester.

Ab morgen muss ich aber wieder auf mein Essen achten, denn mein Plan steht nach wie vor. Doch an meinem Geburtstag kann mich jede Diät der Welt mal gern haben.

Ich stoße jetzt noch auf mich an und wünsche euch einen wundervollen Abend und morgen einen angenehmen Start in die neue Woche.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Wenn der BMI sagt, dass du Sport brauchst

Ich bin dick.

Zumindest sagt das mein BMI.

Und tatsächlich könnte ich an meinem Körper einiges optimieren. Wenn da nicht dieses lästige Haustier namens Schweinehund wäre. Dieses Mistvieh scheint mindestens so groß wie das Empire State Building und steht permanent im Weg. Aber allmählich muss wirklich etwas passieren. Erstens stehen einige Ereignisse an, bei denen ich eben nicht mehr die zweifache Mama, die nach wie vor auf ihren Schwangerschaftskilos hockt, sein möchte. Denn sind wir mal ehrlich: Die Minimadame wird 6 und der Minimister 4 Jahre alt. Die Ausrede "Ey, ich war schwanger" zieht nicht mehr. Zweitens habe ich es echt satt, dass mich immer wieder Leute fragen, ob ich wieder in anderen Umständen bin. Ja, das bekomme ich tatsächlich öfter zu hören. Dumme Sprüche, weil der Bauch einfach noch rundlich ist und der Hintern nicht in eine Größe 36 passt. "Sag mal, bist du wieder schwanger? Du bist ganz schön rund geworden." "Ey, Glückwunsch!" - *KOTZKOTZWÜRG*

Sorry für diese kurze Entgleisung, aber mir würde das im Leben nicht einfallen, jemanden auf eine eventuelle Schwangerschaft anzusprechen, nur weil er etwas mehr auf den Hüften oder vielleicht zugenommen hat. Sicherlich ist der Gedanke nicht ganz abwägig, da ich mich ja doch noch im "gebärfähigen Alter" befinde. Aber vielleicht sollten die Fragesteller auch einfach mal daran denken, dass man sich mit einer solchen Frage in die Nesseln setzen kann. Ich trage nicht umsonst zwei Sterne auf dem Handgelenk.

Nicht ganz unwichtig ist natürlich auch der gesundheitliche Aspekt. Ich bin Anfang 30, habe zwei wundervolle Kinder und möchte für die beiden eben auch beweglich und fit sein. Sie sollen eine gesunde Mama haben, die mit ihnen toben kann. Außerdem weiß man ja nie, was das Leben noch bereit hält.

Ich habe nun also beschlossen, den Weg des Abnehmens und den harten Kampf gegen das mistige Schweinehundviehdingens anzugehen. Bis Ende Juni bin ich noch krank geschrieben, ich habe bis dahin also noch genug Freiraum, um Sport bzw. Bewegung einen Platz in meinem Leben zu geben. Denn das kam mal echt zu kurz. Durch die Näherei klebt mein Hintern auch privat häufig an meinem Knopfhocker. Ich sitze. Ich sitze so gut wie den ganzen Tag. Dabei habe ich alles da, was man braucht: Skates, Fahrrad, Hanteln. Und die besten "Sportgeräte", Trainer, Animateure, Motivationsgeber überhaupt: Kinder.

Um andere vielleicht auch zu inspirieren und mich selbst anzutreiben, wollte ich immer mal wieder - eben so zwischendurch - davon berichten, wie es mit meinem Vorhaben läuft. Wer mag, kann mich dabei gern begleiten. Wer nicht mag, der liest eben einfach die anderen Beiträge. Und wer meinen Blog überflüssig findet, der klickt jetzt mit der Maus auf das Kreuz ganz oben rechts.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Abend und morgen einen wundervollen Tag.

Sonntag, 22. Mai 2016

Ein Ausflug ins Tierreich

Man kann von Zoos ja halten, was man will. Wir sind gern dort, die Kinder freuen sich jedes Mal über einen Ausflug. Wo sonst bekommt man die Gelegenheit, Tiere so nah zu erleben? Vor allem auch die Arten, die nicht bei uns beheimatet sind.

Gestern waren wir mal wieder im Zoo Eberswalde.

Der erste Gang führte zu den Bären. Sie teilen sich mit den Wölfen ein Gehege, allerdings waren die nicht auf Paparazzi eingestellt. 

Bei herrlichstem Wetter konnten die Blumenkinder nach Herzenslust auf den tollen Spielplätzen toben. Dabei wurden die Tiere fast zur Nebensache. Und der Zoo bietet wirklich wunderbare Spielgelegenheiten. Durch die ganzen Bäume hat man ein wenig das Gefühl eines ausgedehnten Waldspazierganges. Es kreuzen nur ab und zu Enten, Gänse oder Hühner den Weg.

Flamingos, Enten, Nasenbären und ein merkwürdiger Halbaffe mit echt beängstigenden Augen.

Wir hatten den Fahrradanhänger dabei, somit fiel das lästige Geschleppe von Jacken und Proviant weg. Allerdings kommt man damit nicht durch das Damwildgehege, leider. Das ist nämlich für Kinderwagen und Co. nicht zugänglich.

Und auch sonst blieben uns einige Tiere verborgen, was wohl auch an der Mittagsruhe lag. Die Tiger hatten sich irgendwo im Nirgendwo versteckt und waren somit für die Besucher unsichtbar. Die Waschbären, einige Affenarten und Vögel spielten ebenfalls "Du siehst mich ja nicht!" mit uns. Dafür konnten wir kleine Küken erblicken, die besonders die Minimadame verzaubert haben. Sie hätte auf der Stelle alle mit nach Hause genommen. Ich fand wieder die Erdmännchen und die Zwergotter faszinierend, die sind einfach zu putzig. Ein weiteres Highlight des Zoos kommt kurz vor dem Ausgang: Die Pinguine sind schon eine lustige Truppe.

Leider verpassten wir die Fütterung der Otter.

Ich liebe sie einfach!

Der Minimister fand alle Katzen klasse: Leopard, Serval und Löwe... Die Tiger hätten ihm sicher auch gefallen.

Trampeltier und Löwe. Wobei wir uns da nicht sicher waren, ob es ein Löwe ohne Mähne war oder eine sehr bullige Löwin.

Nach einer kleinen Mittagspause durften die Blumenkinder auf dem Spielplatz am Streichelzo spielen und ein wenig ihrer Energie freien Lauf lassen. Der Spielplatz befindet sich in der Nähe vom Imbiss und den Toiletten, was mir sehr entgegen kam. Gerade mit kleineren Kindern muss man die Lage genau ins Auge nehmen, um kleine Pannen vermeiden zu können.

Zwischen den einzelnen Spielgeräten wurden immer wieder die Tiere besucht. Ziegen, Hängebauchschweine, Esel und Schildkröten mussten immer wieder in kurze Gespräche verwickelt werden. Ich hätte zu gern Mäuschen gespielt.

Määääckerziiiiieeeegeeeeee.

Mir taten die Füße weh, ich hätte mich gern zu den
Schweinen gelegt.

Kleine fressende Schildkröte, große sich sonnende "Chillkröte", scheinbar uralte Schildkröte.

Lama, Zebra und komischer Vogel, dessen Name mir entfallen ist... Wir sind an den Gehegen auch mal öfter als nur einmal vorbei gelaufen und jedes Mal war das Zebra der Hit. "Mama, guck mal! Das ist bestimmt Zeo, wie im Fernsehen. Aber der hat keine Latzhose an."

Das Zebra begeisterte die Blumenkinder. Sie nannten es Zeo.

 Zum Abschied gaben uns die Pinguine ein Konzert. Immer im Wechsel trötete - oder wie auch immer man das nennt - einer lauter als der andere. Zwischendurch gab es ein kurzes Bad, sowohl im Wasser als auch in der Menge. Denn bei den Pinguinen sammeln sich immer ein letztes Mal die Besucher, während es sich im restlichen Zoo ganz gut verläuft.

Die Pinguine.

Am Ende verließen wir den Zoo zum richtigen Zeitpunkt, denn alle Parkplätze waren im Gegensatz zum Vormittag brechend voll. Das merkte man dann auch schon an den Spielplätzen, auf denen es sich nicht mehr ungehindert toben ließ.

Der Tag war wirklich schön und wir ließen ihn mit einem spontanen Besuch bei lieben Menschen und noch spontanerem Grillen ausklingen. Es war bestimmt nicht der letzte Besuch im Zoo Eberswalde.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Restsonntag und morgen einen angenehmen Start in die neue Woche.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Das Ende der Auszeit

Etwas mehr als drei Monate ist es her, seit ich das letzte Mal am Laptop saß und einen Text zustande brachte. Und den schrieb ich nicht mal selbst, da es sich lediglich um eine Blog-Vorstellung handelte und ich die Antworten meines Gastschreibers einfach nur in das Textfeld kopieren musste.

In den vergangenen Wochen ist viel passiert und leider auch einiges, was eine regelrechte Schreibblockade auslöste. Oft saß ich an meinem Schreibtisch und starrte auf die Tastatur, haufenweise Gedanken und Themen im Kopf, aber zusammen bekam ich nichts. Ich war irgendwie voll mit Dingen, die ich loswerden wollte und gleichzeitig so leer wie nie zuvor.

Hinter mir liegt eine sehr emotionale, aufregende, nervenaufreibende und psychisch arbeitsintensive Zeit. Die Ereignisse der vergangenen Jahre rächten sich. Oder viel mehr die Art und Weise, wie ich mit gewissen Geschehnissen umgegangen bin. Nämlich gar nicht. Ich habe funktioniert, einfach das getan, was von mir verlangt oder erwartet wurde. Jedenfalls dachte ich das. Am Ende zerbrach ich fast daran, holte mir aber glücklicherweise rechtzeitig Hilfe und konnte so wieder den Überblick über mein Leben erlangen, der mir schon vor einer ganzen Weile abhanden kam.

Alleine hätte ich das nicht geschafft. Ich habe es versucht, dabei mit Sicherheit den ein oder anderen Fehler gemacht. Aber ich habe dazu gelernt und werde zumindest diese Fehler künftig vermeiden. Dank großartiger Menschen habe ich wieder zu mir selbst finden können. Viel zu oft kümmerte ich mich um alles und jeden und verlor dabei meine eigenen Bedürfnisse und Interessen total aus den Augen. Für andere steckte ich meine Leidenschaften zurück und verzichtete auf das, was mich sonst immer glücklich machte. Ich ließ mich zu sehr von dem leiten, was andere sagten und machte mir zu viele Gedanken, was man wohl von mir denken könnte. Ich zweifelte an allem, besonders am Schreiben.

Mein Leben wurde nun aber durch wundervolle Personen, sehr interessante Erkenntnisse und gewinnbringende Erfahrungen bereichert und ich durfte sogar Seiten an einigen Mitmenschen erleben, die mir bisher verborgen blieben. Ich lass jetzt mal offen, ob es positive oder negative Punkte waren, aber sie haben mich in jedem Fall geprägt.

In nächster Zeit werde ich euch wieder ein paar mehr Einblicke gewähren. Ich freue mich, wenn ihr mir trotz Abstinenz treu geblieben seid.

Nun wünsche ich euch aber erstmal einen wunderbaren Abend. Genießt die Sonne, sofern sie bei euch auch so intensiv scheint.