Samstag, 16. Januar 2016

Warum blogge ich?

Diese Frage stelle ich mir sehr oft.

Warum blogge ich eigentlich und was möchte ich mit meinem Blog erreichen?

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Mit dem Schreiben begann ich lange vor dem Bloggen. Ich schrieb seit ich schreiben konnte. Zig Tagebücher tummelten sich in meinen Schubläden - leider hat keines die Jahre überlebt. In der späteren Schulzeit war ich dann Mitglied in einer Arbeitsgemeinschaft, die sich nach und nach zu einer tollen Gruppe entwickelte und mit dem Schreiben beschäftigte. Wir veröffentlichten sogar ein Buch, hielten Lesungen und trafen uns jeden Freitag in einem Café. Während meiner Ausbildung verlief sich leider der Kontakt zu den Mädels.

Ich erinnere mich an den ersten Computer in unserer Familie, ein Geschenk meines Onkels. Er hatte noch einen schwarzen Hintergrund und orangefarbene Schrift, also wirklich ein absolutes Uraltding. Aber mit ihm konnte ich schreiben, endlich so, wie die Worte aus meinem Kopf durch die Finger auf die Tasten flossen. Es war dadurch um so vieles einfacher. Mit diesem Computer entstanden meine ersten Geschichten, kleine Bücher mit wenigen Kapiteln. Schnulzige Teenager-Storys, die aber doch immer meine eigenen Emotionen widerspiegelten.

Generell ging es in meinen Geschichten, Gedichten und Texten schon immer um meine ganz persönlichen Empfindungen, aus denen ich nie ein Geheimnis machte. Warum? Für mich war - und ist es auch noch heute - es eine großartige Form der Therapie und Selbstheilung. Ich war als Kind bzw. Teenager nicht in der Lage, meine tiefsten Gefühle, Probleme und Sorgen mit jemandem zu besprechen. Dafür war ich schon immer recht wortgewandt mit dem Füller und zauberte viel lieber mit Sätzen eine funktionierende und heile Welt, in der meine Ängste keinen Platz hatten. Heute schreibe ich, weil ich meine Erlebnisse und Empfindungen mit anderen Menschen teilen möchte. Ich möchte all denen aus der Seele sprechen, die sich nicht trauen, über die negativen Seiten des Lebens zu berichten. Klar, jeder kann über eine heile Welt mit Sonnenschein, Katalogwohnungen, perfekten Männern und noch perfekteren Kindern, Glitzer pupsenden Einhörnern und dem schillernden Regenbogen am Ende der Karriereleiter schreiben. Aber in welchem normalen Leben läuft alles wie geleckt? In meinem nicht. Und ich kenne mehr als genug Menschen in meinem Umfeld, die ebenfalls zu tun haben und sich einigen, wirklich schweren, Aufgaben stellen müssen.

Mit Sicherheit trifft nicht jeder meine Wahl. Aber da ist eben auch der Knackpunkt: Es ist MEINE Wahl. Ich gehe diesen Weg, ich bin ihn schon immer gegangen. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht bei jedem auf offene Ohren stoße, aber die bisherige Resonanz war überwiegend positiv. Oft habe ich gelesen 'Mir geht es genau so' oder 'Danke, dass du darüber schreibst.' Ich möchte mit meinen Posts weder auf Tränendrüsen drücken, noch Mitleid erregen oder mich in den Mittelpunkt drängen. Dieses Feld überlasse ich gern anderen Menschen, ich schwitze im Rampenlicht viel zu schnell *hust*

Also... Warum schreibe ich?

Weil ICH es möchte. Weil ICH es brauche. Nicht um anderen zu gefallen oder mich in irgendeiner Art und Weise zu profilieren. Nein! Es ist einfach MEINE Form der Selbsttherapie. Ich schreibe, weil ich es liebe, mit Worten zu jonglieren und Emotionen beim Lesen hervor zu kitzeln, die sonst verborgen bleiben. Ich schreibe, weil ich beim Schreiben in eine andere Welt tauche. Mit meinen Kopfhörern auf den Ohren. Ich schreibe, weil ich so für einen Moment dem Alltag entfliehen kann, Kraft tanke, neue Energie für all die großen und kleinen Aufgaben finde. Ich schreibe, weil...

...weil ich es will.

Im Grunde ist es wie mit jedem anderen Hobby, wie mit jeder Leidenschaft. Ich liebe das Schreiben, das Nähen, all die kreativen und schönen Dinge dieser Welt. Andere finden in Autos, Formeln, Werkzeugen, Angeln oder worin auch immer ihre Erfüllung, Ablenkung, ihren Ausgleich.

Ich schreibe.

Ich.

1 Kommentar:

  1. Schön erklärt.

    Weiterhin viel Freude am schreiben wünschend,
    der Micha

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