Sonntag, 25. September 2016

Einmal Kinderfrei zum Mitnehmen, bitte!

Vorab:

Ich habe so unglaublich viele Bilder gemacht, dass ich beim Schreiben die ganze Zeit überlege, wie ich die am besten in den Post packe.

***

Mein Wochenende in Bildern... Diese Überschrift wollte ich nicht nutzen, da ich sie immer wieder auf so vielen Blogs lese und ich nicht gern das mache, was alle tun. Daher habe ich bisher immer Wochenendrückblenden vermieden. Aber das jetzige möchte ich euch einfach nicht vorenthalten.

Es wird überwiegend etwas zum Anschauen geben, weniger zum Lesen. Das ist bei mir ja auch eher selten. Die Fotos sind ganz bewusst nicht bearbeitet.

Nun aber ein paar Worte dazu, wie es zu dem Wochenende kam...

Zu meinem diesjährigen Geburtstag bekam ich von meinen Eltern ein kinderloses Wochenende geschenkt. Sie überreichten mir einen Gutschein, ich konnte zwischen vier Hotels wählen: Zwei im Harz, zwei im Spreewald. Ich hielt mit meinem Mister M. Rücksprache und wir entschieden uns für ein Schlosshotel im Harz, genauer in Ballenstedt. Das letzte Mal war ich im Harz... Oje, da dürfte ich das jetzige Alter der Minimadame gehabt haben. Es wurde also mal wieder Zeit. Wir verbrachten ein wirklich schönes, entspanntes und sehr frischluftreiches Wochenende.

Viel Spaß mit den Collagen.

















 



Ich hoffe, dass euch die Bilder gefallen und ihr einen kleinen Einblick in das Wochenende bekommen konntet.

Habt noch einen schönen Abend und morgen einen tollen Start in die neue Woche.

Montag, 19. September 2016

Fragerunde: Mein liebstes Hobby, das Nähen!

Schon oft habe ich vom Nähen geschrieben, aber nie so wirklich etwas von mir berichtet. Da ist es ganz passend, dass Lilli von "La vie de Lilli" eine Fragerunde zu dem Thema gestartet hat. Für euch möchte ich mich gern diesen Fragen stellen und ein wenig aus meinem ganz persönlichen Nähkästchen plaudern.



***

1. Wann und wie hast du mit dem Nähen angefangen?

Oje...

Meine Oma hat mir das Nähen schon in frühen Kindertagen gezeigt, ich durfte auch mal an ihrer Maschine sitzen.

Dann verschwand mein Interesse für viele Jahre in der Versenkung und kroch mit dem Dickerwerden durch den Minimister wieder hervor. Fast... Während der Schwangerschaft hatte ich ein Beschäftigungsverbot und da kam die wieder aufgetauchte alte Veritas der Schwiegeroma gerade recht. Leider passte ich nicht sehr lange hinter das Maschinchen - das sekundäre Dickenwachstum verhinderte ein körperfreundliches Arbeiten. So kam ich eigentlich erst wieder im Frühjahr 2013 zum Nähen und feierte das auch mit einer neuen Maschine.

Von da an gab es kein Halten mehr.

***

2. Welches war deine erste Nähmaschine?

Die Veritas der Schwiegeroma in einem Retrogrün mit elfenbeinfarbenen Knöpfen, Rädchen, Handrad, Keilriemen... Die hatten noch einen Motor, den man aufgrund des jahrelangen Kelleraufenthaltes ankurbeln musste. Dafür drehte ich am Handrad und trat gleichzeitig vorsichtig aufs Gas.

Klingt wie die Beschreibung eines alten Autos, wo am Kühlergrill diese Kurbel angebracht war.

Das Nähen war laut, aber stark. Sie schaffte problemlos mehrere Lagen Stoff, Jeans, Leder... Aber sie klang wie ein Traktor und irgendwann war der Keilriemen so bröselig, dass ich die Maschine in ihren Ruhestand ziehen ließ.

Ich wechselte zu einer W6 N 1235/61, inzwischen nähe ich mit einer Carina Professional.





Im September 2013 kam dann noch eine W6 N 454D hinzu, eine Overlock, die ich definitiv nicht mehr missen möchte. Allerdings hätte ich gern irgendwann eine in besser und toller *grins*


***

3. Was nähst du lieber: Taschen/Deko oder Kleidung?

Das ist eine gesunde Mischung. Es gibt Phasen, da nähe ich lieber Dekozeugs und Taschen, ein anderes Mal steht mir der Sinn eher nach Kleidung.

Wenn ich allerdings Taschen nähe, dann so ziemlich nie nach einem Schnittmuster.




***

4. Lieblingsschnittmuster?

Uff...

Habe ich sowas? Am Ende sind es meist die Schnitte, die aus meiner eigenen Hand stammen.

***

5. Ehrlich: Wie oft kommt der Nahttrenner bei dir zum Einsatz?

Sehr oft. Was aber zum größten Teil auch daran liegt, dass ich für "Herzenssache - Nähen für Sternchen und Frühchen e. V." Brautkleider vernähe und die müssen ja anfangs irgendwie in ihre Einzelteile zerlegt werden. Ich kann da einfach nicht grob mit der Schere dran und fertig. Bei mir kommt dann der Nahttrenner, aber ich stelle immer wieder aufs Neue fest, dass es eine wohl nie endende Hassliebe ist.

***

6. Kreatives Chaos oder perfekte Ordnung?

Immer Ordnung.

Das habe ich mir in meiner kleinen Wohnung angewöhnen müssen und finde es total klasse. Wirklich jedes Teil - ist es auch noch so klein - hat seinen Platz.

Wisst ihr, wie geil das ist, wenn man gedanklich voll in der Arbeit steckt, etwas braucht, einen Griff in die Richtung macht und das dann tatsächlich dort ist?

Herrlich!!!

Nie wieder anders.

(Fragt mich nach dem nächsten Nähflash nochmal. ^^)







***

7. Das für dich "schrecklichste", was du je genäht hast?

Meine erste Hose.

Definitiv!

Fünf Stunden habe ich an dem Ding gesessen und es sah aus wie gesch***en. Die Hose war für die Minimadame, sie fand die totaaaaal toll und trug sie mit einer Liebe, die nur eine Tochter für etwas Selbstgemachtes der Mama empfinden kann.

***

8. Wo kaufst du am liebsten deine Stoffe: Online oder im Stoffladen?

Stoffmarkt.

Ich liebe diese Atmosphäre. Dieses Gefühl von unzähligen aufgescheuchten Mädels, die wie blöde an den Ständen drängeln und nach DEM Stoff grabbeln, immer einen Ellbogen in den Rippen, Füßen auf den meinen, Brüsten im Rücken...

Mal ernsthaft: Ich kaufe nirgends lieber Stoffe als auf dem Stoffmarkt. Und so anstrengend wie es dort aufgrund der Menschenmassen ist, so schön ist es eben auch. Ich fahre jedes Mal vollkommen geplättet und erschöpft nach Hause, aber glücklich über meine Errungenschaften.

Manchmal stöbere ich auch gern in aller Ruhe durch Stoffläden. Eigentlich ist das sogar das erste, was ich bei einem Urlaub suche *ups* Im Oktober fahren wir zum Beispiel nach Dänemark und ich habe Google schon nach Läden in der Nähe gefragt. Nächstes Jahr sind zwei Wochen Holland geplant.

Ihr könnt euch vorstellen, was das bedeutet?

***

9. Auffällige Muster oder lieber dezente Stoffe?

Dezent bis knallig - es ist alles vertreten.

Ich mag es eher etwas ruhiger, wenn es um Taschen geht. Für Kinder darf es dann allerdings frech, bunt, mit lustigen Motiven sein.







***

10. Was ist das schönste, was du durch deinen Blog erreicht hast bzw. was du erleben durftest?

Ich durfte bereits mehrmals an Probenähen teilnehmen, die Posts dazu überarbeite ich gerade.

Dann durfte ich 2013 ganz viel für MAM testen, habe an Designentscheidungen mitgewirkt (wir wurden dafür befragt), wir konnten Produktwünsche äußern... Es war eine wirklich schöne Zeit. Nach einem Jahr habe ich mich dort verabschiedet, da mein Minimister dann einfach nichts mehr wirklich nutzen wollte bzw. wir die Produkte auch nicht mehr in unseren Alltag integrieren konnten.

***

11. Was nähst du gerade?

Aktuell sitze ich an mehreren Sachen für "Herzenssache - Nähen für Sternchen und Frühchen e. V.", meine letzten Projekte waren Sachen für die Blumenkinder für den Urlaub und das Einschulungskleid der Minimadame:





***

12. Was fasziniert dich am Nähen?

Ich kann meine Kreativität ausleben, sehe nahezu sofort Ergebnisse und muss nicht erst ewig warten, bis ich endlich mal was in den Händen halte. Ich kann mir etwas so gestalten, wie ich es will. Eben ganz nach meinen Wünschen. Ich stehe auf Schwarz? Dann wird ein Teil schwarz. Ich liebe gerade lilabunt mit rosagrünen Punkten? Dann halt so. Uni? Gemustert? Mit viel Schnackschnack? Schlicht? Es gibt so ziemlich keine Grenzen und das macht es so besonders.

Das Einschulungskleid der Minimadame entstand
- inklusive Jacke -
innerhalb von vier Stunden.

Das Kleid ist auf dem Bild noch im nichtgebügelten Zustand gewesen. Ich war in diesem Moment einfach nur erleichtert, dass ich es fertig hatte. Und genau das liebe ich am Nähen: Dieses Glücksgefühl, wenn etwas so - oder schöner - geworden ist, wie man es sich vorgestellt hat.

***

Ich hoffe sehr, dass euch dieser kleine Einblick in meine Nähwelt gefallen hat. Solltet ihr mal Fragen haben oder euch einen Post zu einem bestimmten Thema wünschen, dann lasst es mich wissen.

Sonntag, 24. Juli 2016

Der neue Held meines Näheckchens

In dem Post "Das Reich der Wunderblume" habe ich euch vor fast zwei Jahren mein Nähzimmer gezeigt. Auf großzügigen 25 qm konnte ich mir genügend Platz für den Kleinkram und alle Arbeitsutensilien einrichten. Es war nicht optimal (im Nachhinein würde ich einiges anders machen), aber ich fand es schön und fühlte mich wohl. Durch den Umzug im vergangenen Jahr habe ich den Luxus eines eigenen Arbeitszimmers verloren. Es war sehr gewöhnungsbedürftig und ich brauchte lange, bis ich meine optimale Lösung fand. Meine jetzige Fläche beschränkt sich auf eine Ecke im eigentlichen Schlafzimmer. Obwohl es mehr einem Nähzimmer mit Schlaffunktion und zwei Kleiderschränken der Blumenkinder gleicht. Zur Gestaltung des Raumes wird es die nächsten Tage aber noch einen gesonderten Post geben, da sich dort wohl am meisten getan hat.

Jetzt möchte ich euch aber erstmal meinen Nähberech zeigen, denn am Freitag hat sich ein - für mich absolut gigantischer - Wunsch erfüllt: Ich bekam einen Zuschneidetisch. Wie dieser gebaut wurde, welche Teile ihr dafür braucht... Das erfahrt ihr jetzt.

Das war die Ausgangssituation:

Zur Entstehung dieser Ecke schreibe ich noch einen eigenen Beitrag.

In fast jeder Wohnung gibt es irgendwo ein "Kallax"-Regal vom weltbekannten Möbelschweden. Oder ein "Expedit", wie die Reihe früher hieß. In meiner Wohnung befinden sich allein zwei "Expedit" und fünf "Kallax", früher besaß ich auch noch drei große "Expedit". Ich liebe sie einfach.

Aus den 2x2-Würfeln lässt sich ganz hervorragend ein Zuschneidetisch bauen.

***

Folgende Materialien braucht ihr für den Tisch:

zwei "Kallax"-Regale für je 24,99 Euro
zweimal Rollen "Rill" mit Bremse für je 9,99 Euro (in einer Packung sind zwei Rollen enthalten)
zwei "Bygel"-Stangen für je 1,99 Euro
Bein "Capita", Höhe 8 cm, für 9,00 Euro (in einer Packung sind vier Beine enthalten)
Holzplatte mit den Maßen 78 cm x 76,5 cm aus dem Baumarkt für unter 10,00 Euro
passende Schrauben (im Haushalt vorhanden)
Verbindungsstücke (Baumarkt und von Papa)

***


Die beiden Regale wurden miteinander verbunden. Das funktioniert nicht ohne Lücke, da bei dem "Kallax" die obere und untere Platte etwas überstehen und die Seitenwände somit nicht aneinander stoßen. Solltet ihr also einen Schlitz wie auf dem unteren Bild haben, dann müsst ihr nicht wieder alles zerlegen und von vorn beginnen. Die Verbindungsplättchen haben wir - ja, ich hatte Hilfe bei dem Projekt - an den Innenseiten der Regale befestigt, so sind sie nicht mehr zu sehen oder fallen zumindest nicht sofort ins Auge. Am Ende war die Konstruktion komplett fest, die Regale ließen sich nicht mehr verschieben bzw. bewegen.


Im nächsten Schritt haben wir den entstandenen Würfel vorsichtig umgedreht und an der Unterseite die Rollen befestigt. Das ließ sich einfach mit einem Akkuschrauber ohne lästiges Vorbohren machen.




Nach den Rollen befestigten wir die beiden Stangen, wovon eine als Griff zum Bewegen funktioniert. Die andere bietet noch ein wenig Stauraum für Kleinzeug. Selbstverständlich eignen sich auch andere Stangen dafür.


Im finalen Schritt ging es an die Platte. Dafür zogen wir die Füße auseinander und befestigten das untere Stück auf den Regalen. Das obere Stück wurde an die Platte geschraubt und so konnte am Ende alles aufeinander gesteckt werden.


Hier und da fehlt es noch an ein paar Kleinigkeiten. Ich möchte zum Beispiel noch die Kanten bekleben, ein Maßband auf der Platte befestigen, eine Schneidematte und ein Rollschneider sollen auch ihren festen Platz finden.

Nach getaner Arbeit konnte ich meine Habseligkeiten verstauen.




Er passt perfekt in die Ecke neben meinem Schreibtisch.


Heute konnte ich dann das erste Mal daran arbeiten. Es macht so viel Spaß und es tut gut, auch im Stehen etwas machen zu können. Auf ausreichend Platz, ohne ständig die Maschinen vom Tisch räumen zu müssen. Für mich hat der Tisch die perfekte Höhe. Wenn ihr euch auch einen Zuschneidetisch bauen wollt, dann müsst ihr vorher die richtige Arbeitshöhe ausmessen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Arme im rechten Winkel auf der Platte liegen können. Ihr solltet euch nicht beugen oder strecken müssen.


Mein kleiner und feiner Zuschneidetisch... Mein ganzer Stolz - neben meinen Maschinen *grins*. Ich werde mich nun wieder an meine Nähemma setzen und ein wenig werkeln. Euch wünsche ich einen schönen Sonntag.


Nachtrag: Die Preise und Bezeichnungen der oben genannten Artikel entsprechen dem Stand 07/2016 und können sich mit der Zeit verändern.