Samstag, 20. Juni 2015

Ein traumhaft schönes Wochenende...

Vor zwei Wochen durfte ich die erste Hochzeit erleben. Zu Feiern war ich schon öfter eingeladen, meist konnte ich nicht gehen. Doch diesmal war es anders. Die standesamtliche Trauung, die Feier, der Gottesdienst... Und die Person, die mit der Liebe des Lebens in die Ehe ging. Mein Bruder.

Es war ein unglaublich schönes und emotionales Wochenende. Es liefen immer wieder Tränen des Glücks und der Freude. Aufgrund der aktuellen Situation war es für mich nicht ganz einfach, aber dennoch absolut traumhaft. Wetter, Location, Atmosphäre, Menschen, Essen... Es stimmte einfach alles.

Diesmal schreibe ich nicht viel dazu, ich lasse einfach Bilder sprechen.



Ein paar kurze Fakten:

- standesamtliche Trauung am 05.06.2015 in unserer Heimatstadt

- danach Aufbruch zum eigentlichen Ort des Geschehens: Ein Gut in einem Dörfchen namens Schmarsow

- am ersten Abend leckeres Chili und Flammkuchen, Stockbrot, Lagerfeuer und geselliges Beisammensein mit einigen Gästen

- veganes Essen

- unglaubliches Frühstücksbuffet mit allem, was das Herz begehrt

- Gottesdienst am 06.06.2015 unter einer uralten Linde mit Eheversprechen, Fürbitten, Musik ... und gaaaaanz viel Emotionen

- Feier mit einigen Darbietungen, der genialsten Kuchentheke überhaupt, leckerem Abendessen, Musik und guter Laune

- am 07.06.2015 gemeinschaftliches Aufräumen, Verabschieden, Vermissen, Genießen, Freuen



Meine kleineren und größeren "Pannen":

- zur standesamtlichen Trauung kam ich zwei Minuten zu spät, weil der Minimister eine frische Buxe brauchte

- während des Gottesdienstes musste die Minimadame auf Toilette, ich verpasste also wieder etwas

- nach dem Gottesdienst machte mein Fuß inklusive Schuh mit 12 cm hohen Absätzen Bekanntschaft mit einem Erdloch und ich packte mich in einer filmreifen Stuntszene auf den Hintern (es gibt doch auf jeder Hochzeit eine Lachnummer)

- den Minimister musste ich am Samstag Abend nach Hause fahren, da es ihm nicht gut ging und verpasste dadurch das Abendessen

- nach der Autofahrt hatte ich dann höllische Schmerzen im Fuß und konnte den ganzen Abend nicht tanzen



Meine emotionalsten Momente:

- die Rede des Standesbeamten über Liebe und die wichtigsten Punkte einer Beziehung

- die Tränen des Brautpaares

- vor dem Gottesdienst ein Moment zwischen dem Paar, in dem sie sich unbeobachtet glaubten und ich die Kamera auch einfach mal ruhen ließ, um den beiden diesen Augenblick zu schenken

- der Gottesdienst mit den Eheversprechen und dem Ringtausch

- meine Rede, bei der ich vermutlich mehr schluchzte als sprach und die auch viele Gäste zu Tränen rührte



Meine Rede:

"Schaut euch um. All die lieben Menschen sind euretwegen hier. Sie möchten an eurem Glück teilhaben und mit euch feiern, euch auf dem großen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt begleiten.

Für so manch einen mag eine Hochzeit nur eine Formalität sein, für viele gehört sie einfach zu einer Beziehung dazu. Den Menschen, den man liebt und ohne den man sich ein Leben nicht mehr vorstellen kann, bei sich zu wissen und mit ihm alles zu teilen. Es ist das Tüpfelchen auf dem i, die Kirsche auf der Sahne - natürlich absolut vegan. Eben einfach das Zeichen nach außen, dass man zu dem jeweils anderen Part gehört.

Vor einem Jahr haben wir auf unserer elterlichen Terrasse gesessen und ihr habt uns - in Roy's lockerer Art fast nebenbei - von euren Plänen erzählt. "Wir haben beschlossen zu heiraten." Ganz mein Bruder eben. Seitdem sind aufregende Stunden der Planung vergangen. Nun sitzen wir hier in Schmarsow, dürfen mit euch diesen besonderen Tag feiern und so ein Teil eurer Geschichte sein.

Gerade in den letzten Wochen habe ich viel darüber nachgedacht, was ich euch wünsche. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich gleich in einem Meer aus Tränen stehe, möchte ich euch folgendes mit auf den Weg geben:

Ich wünsche euch, dass ihr immer den Mut habt, ehrlich zueinander zu sein, denn Ehrlichkeit schafft Vertrauen und ohne Vertrauen kann eine Beziehung nicht funktionieren.

Ich wünsche euch, dass ihr euch immer vermissen werdet, wenn der andere nicht da ist. Wenn ihr euch vermisst, dann ist das ein Zeichen dafür, dass ihr ohne den anderen nicht könnt und ihn liebt.

Ich wünsche euch, dass ihr euch immer auf den anderen verlassen könnt, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Dass ihr in diesen auch den Mut habt zu kämpfen und sie durchzustehen.

Ich wünsche euch, dass ihr immer den Stürmen des Lebens trotzen könnt, am besten gemeinsam.

Ich wünsche euch, dass ihr immer Freude am Leben mit dem anderen habt und jede Sekunde Gemeinsamkeit genießen könnt.

Ich wünsche euch, dass nie ein böses Wort fallen wird, dass ihr für verschiedene Meinungen immer einen guten Mittelweg findet, dass ihr im Falle eines Streits auch vergeben könnt.

Ich wünsche euch, dass auch ihr irgendwann in den Genuss von Füßchengetrappel kommt und von den Worten "Mama und Papa, ich habe euch lieb."

Ich wünsche euch, dass ihr viele wundervolle gemeinsame Jahre habt.

Ich wünsche euch, dass ihr durch nichts und niemanden getrennt werdet. Denn ihr passt einfach so perfekt zueinander.

Regina, du bist die beste Schwägerin, die man sich nur wünschen kann. Du hast mich von Beginn an verzaubert, wie du ganz selbstverständlich mit Anna und später auch mit Felix umgegangen bist. Als wärst du schon immer da gewesen. Mit dir habe ich eine neue Schwester gewonnen.

Ich habe euch sehr lieb. Lasst euch niemals los."





Ich hoffe, dass euch der Post gefällt. Auch wenn er diesmal etwas anders aufgebaut ist. Aber ich schaffte es einfach nicht, die vielen Eindrücke und Emotionen in Textform zu packen. Vielleicht komme ich ja irgendwann dazu.

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