Sonntag, 21. Juni 2015

Ein Hoch auf...

...meinen Neuanfang!

Auch auf dem Blog wird sich der Wandel bemerkbar machen. Ich habe die Posts von der Zeit davor nicht komplett gelöscht, sie aber erstmal als Entwürfe abgelegt. Vielleicht finden sie irgendwann wieder den Weg zurück. Momentan gehören sie einfach nicht mehr zu mir.

Ich möchte künftig über mein neues Leben berichten. Über die Veränderungen, die eine Trennung mit sich bringen. Über das Leben als alleinerziehende Mama, die arbeitet und Hobbys hat. Über meine Näherei. Über die Einrichtung der neuen Wohnung - worauf ich mich im Übrigen am meisten freue.

Für manch einen mag es jetzt zu privat klingen. Aber ich kann mir vorstellen, dass es einige Menschen gibt, die solche Dinge interessieren. Ich möchte alles etwas persönlicher gestalten, emotional bleibt es nach wie vor. Da das Schreiben für mich schon immer eine sehr therapeutische Wirkung hatte, sehne ich mich auch in der jetzigen Situation nach Worten, die meinem inneren Chaos Ausdruck verleihen. Meinen Wunsch, andere daran teilhaben zu lassen, habe ich in den vergangenen Wochen oft überdacht. Aber ich bin immer wieder zu der Erkenntnis gekommen, dass es eben einfach ich bin. Ich teile gern meine Erfahrungen, Gefühle, Gedanken mit Menschen, auch wenn diese mir vollkommen fremd sind. Es gehört zu mir dazu. Sicherlich mache ich mich damit auf eine gewisse Weise verwundbar. Aber wenn jemand meint, dass er mich angreifen muss und dieses nicht persönlich, direkt, hautnah passiert, dann kann ich damit umgehen. Und wer mich nicht lesen möchte, sich an meiner Art stört, dann besteht noch die Option, das Wunderblümchen einfach zu umgehen.

Es soll auch wieder mehr Posts geben. Momentan passiert so viel, dass ich abends zwar oft zu erschöpft zum Schreiben bin und manchmal auch einfach nur die Zeit fehlt. Aber wenn ich es schaffe, merke ich doch recht schnell, wie gut es mir eigentlich tut und wie viel Spaß es macht. Also werde ich mir in den Hintern treten. Zu erzählen habe ich allemal etwas, gerade jetzt während der ganzen Vorbereitungen für den Umzug etc.

Wie oben schon erwähnt, freue ich mich am meisten auf die Posts zur Einrichtung der neuen Wohnung. Unzählige Ideen wuseln mir durch den Kopf, der Zollstock und ich sind inzwischen die besten Freunde, den Grundriss habe ich gleich mehrmals ausgedruckt und bekritzel ihn immer fleißig mit Farben, Zahlen, Stellmöglichkeiten... Man, mir juckt es so dermaßen in den Fingern, dass ich die Schlüsselübergabe kaum erwarten kann. Sowas ist eben total mein Ding. Wenn es danach geht, würde ich jedes Jahr umziehen. Wenn nur nicht immer dieses Chaos wäre...

So, dann werde ich mal die Möbel aus dem Kinderzimmer ausmessen gehen und mir einen Plan machen, wie ich 35 qm in 12 qm verpacke. Irgendwas fällt mir bestimmt ein.

Ich wünsche euch einen tollen Sonntag und hoffe, dass ihr mir auch auf meinem neuen Weg die Treue haltet.

Samstag, 20. Juni 2015

Ein traumhaft schönes Wochenende...

Vor zwei Wochen durfte ich die erste Hochzeit erleben. Zu Feiern war ich schon öfter eingeladen, meist konnte ich nicht gehen. Doch diesmal war es anders. Die standesamtliche Trauung, die Feier, der Gottesdienst... Und die Person, die mit der Liebe des Lebens in die Ehe ging. Mein Bruder.

Es war ein unglaublich schönes und emotionales Wochenende. Es liefen immer wieder Tränen des Glücks und der Freude. Aufgrund der aktuellen Situation war es für mich nicht ganz einfach, aber dennoch absolut traumhaft. Wetter, Location, Atmosphäre, Menschen, Essen... Es stimmte einfach alles.

Diesmal schreibe ich nicht viel dazu, ich lasse einfach Bilder sprechen.



Ein paar kurze Fakten:

- standesamtliche Trauung am 05.06.2015 in unserer Heimatstadt

- danach Aufbruch zum eigentlichen Ort des Geschehens: Ein Gut in einem Dörfchen namens Schmarsow

- am ersten Abend leckeres Chili und Flammkuchen, Stockbrot, Lagerfeuer und geselliges Beisammensein mit einigen Gästen

- veganes Essen

- unglaubliches Frühstücksbuffet mit allem, was das Herz begehrt

- Gottesdienst am 06.06.2015 unter einer uralten Linde mit Eheversprechen, Fürbitten, Musik ... und gaaaaanz viel Emotionen

- Feier mit einigen Darbietungen, der genialsten Kuchentheke überhaupt, leckerem Abendessen, Musik und guter Laune

- am 07.06.2015 gemeinschaftliches Aufräumen, Verabschieden, Vermissen, Genießen, Freuen



Meine kleineren und größeren "Pannen":

- zur standesamtlichen Trauung kam ich zwei Minuten zu spät, weil der Minimister eine frische Buxe brauchte

- während des Gottesdienstes musste die Minimadame auf Toilette, ich verpasste also wieder etwas

- nach dem Gottesdienst machte mein Fuß inklusive Schuh mit 12 cm hohen Absätzen Bekanntschaft mit einem Erdloch und ich packte mich in einer filmreifen Stuntszene auf den Hintern (es gibt doch auf jeder Hochzeit eine Lachnummer)

- den Minimister musste ich am Samstag Abend nach Hause fahren, da es ihm nicht gut ging und verpasste dadurch das Abendessen

- nach der Autofahrt hatte ich dann höllische Schmerzen im Fuß und konnte den ganzen Abend nicht tanzen



Meine emotionalsten Momente:

- die Rede des Standesbeamten über Liebe und die wichtigsten Punkte einer Beziehung

- die Tränen des Brautpaares

- vor dem Gottesdienst ein Moment zwischen dem Paar, in dem sie sich unbeobachtet glaubten und ich die Kamera auch einfach mal ruhen ließ, um den beiden diesen Augenblick zu schenken

- der Gottesdienst mit den Eheversprechen und dem Ringtausch

- meine Rede, bei der ich vermutlich mehr schluchzte als sprach und die auch viele Gäste zu Tränen rührte



Meine Rede:

"Schaut euch um. All die lieben Menschen sind euretwegen hier. Sie möchten an eurem Glück teilhaben und mit euch feiern, euch auf dem großen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt begleiten.

Für so manch einen mag eine Hochzeit nur eine Formalität sein, für viele gehört sie einfach zu einer Beziehung dazu. Den Menschen, den man liebt und ohne den man sich ein Leben nicht mehr vorstellen kann, bei sich zu wissen und mit ihm alles zu teilen. Es ist das Tüpfelchen auf dem i, die Kirsche auf der Sahne - natürlich absolut vegan. Eben einfach das Zeichen nach außen, dass man zu dem jeweils anderen Part gehört.

Vor einem Jahr haben wir auf unserer elterlichen Terrasse gesessen und ihr habt uns - in Roy's lockerer Art fast nebenbei - von euren Plänen erzählt. "Wir haben beschlossen zu heiraten." Ganz mein Bruder eben. Seitdem sind aufregende Stunden der Planung vergangen. Nun sitzen wir hier in Schmarsow, dürfen mit euch diesen besonderen Tag feiern und so ein Teil eurer Geschichte sein.

Gerade in den letzten Wochen habe ich viel darüber nachgedacht, was ich euch wünsche. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich gleich in einem Meer aus Tränen stehe, möchte ich euch folgendes mit auf den Weg geben:

Ich wünsche euch, dass ihr immer den Mut habt, ehrlich zueinander zu sein, denn Ehrlichkeit schafft Vertrauen und ohne Vertrauen kann eine Beziehung nicht funktionieren.

Ich wünsche euch, dass ihr euch immer vermissen werdet, wenn der andere nicht da ist. Wenn ihr euch vermisst, dann ist das ein Zeichen dafür, dass ihr ohne den anderen nicht könnt und ihn liebt.

Ich wünsche euch, dass ihr euch immer auf den anderen verlassen könnt, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Dass ihr in diesen auch den Mut habt zu kämpfen und sie durchzustehen.

Ich wünsche euch, dass ihr immer den Stürmen des Lebens trotzen könnt, am besten gemeinsam.

Ich wünsche euch, dass ihr immer Freude am Leben mit dem anderen habt und jede Sekunde Gemeinsamkeit genießen könnt.

Ich wünsche euch, dass nie ein böses Wort fallen wird, dass ihr für verschiedene Meinungen immer einen guten Mittelweg findet, dass ihr im Falle eines Streits auch vergeben könnt.

Ich wünsche euch, dass auch ihr irgendwann in den Genuss von Füßchengetrappel kommt und von den Worten "Mama und Papa, ich habe euch lieb."

Ich wünsche euch, dass ihr viele wundervolle gemeinsame Jahre habt.

Ich wünsche euch, dass ihr durch nichts und niemanden getrennt werdet. Denn ihr passt einfach so perfekt zueinander.

Regina, du bist die beste Schwägerin, die man sich nur wünschen kann. Du hast mich von Beginn an verzaubert, wie du ganz selbstverständlich mit Anna und später auch mit Felix umgegangen bist. Als wärst du schon immer da gewesen. Mit dir habe ich eine neue Schwester gewonnen.

Ich habe euch sehr lieb. Lasst euch niemals los."





Ich hoffe, dass euch der Post gefällt. Auch wenn er diesmal etwas anders aufgebaut ist. Aber ich schaffte es einfach nicht, die vielen Eindrücke und Emotionen in Textform zu packen. Vielleicht komme ich ja irgendwann dazu.

Dienstag, 2. Juni 2015

"Ich packe meinen Koffer und nehme mit..."

Ich packe zwar nicht wirklich Koffer, sondern Kartons. Aber ich muss mich trotzdem entscheiden, was ich mitnehmen muss und worauf ich in meinem neuen Leben eventuell doch verzichten könnte. Und das ist gar nicht so einfach, denn am liebsten würde ich alles behalten. Ich denke, dass ich am Ende doch irgendwie alles Gewollte in die Wohnung stelle, sortieren kann ich dann irgendwann in Ruhe (Achtung! Ironischer Unterton!)


Ich möchte euch ja nicht länger auf die Folter spannen und die neuen vier Wände zeigen. Die Blumenkinder und ich leben ab Mitte oder Ende August in einer knapp 67 qm großen (oder kleinen) 3-Zimmer-Wohnung. Sie hat eine Kammer, in der Waschmaschine und Trockner nebeneinander Platz haben, den Luxus habe ich nicht mal jetzt und renne immer zwischen Bad und Küche hin und her. Mein Kleiderschrank muss auch in den Abstellraum, da ich erstmal im Wohnzimmer schlafen werde. Glücklicherweise habe ich ein wundervolles und sehr bequemes Sofa. Es gab bereits einige Kommentare, dass ich doch einen eigenen Rückzugsort bräuchte. Aber wenn ich mal ehrlich bin: Wozu? Die Blumenkinder sind abends im Bett und ich sitze allein im Wohnzimmer. Ich gehe zum Entspannen nicht extra in ein Schlafzimmer und das Nächtigen auf dem Sofa hat den Vorteil, dass ich beim Fernsehen dann einfach einschlafen kann. Mir ist wichtiger, dass die Minimadame und der Minimister sich wohlfühlen und genug Platz haben, schließlich müssen sie sich von ihrem riesigen Kinderzimmer trennen und nun auf engstem Raum auskommen.


Auf dem Grundriss kann man erkennen, dass die Wohnung ein fensterloses Bad hat. Immerhin gibt es eine Badewanne, ein absolutes Muss mit kleinen Kindern. Davon abgesehen bin ich auch eine Wasserratte. Mich stört es nicht, dass es kein Fenster gibt. Ich verbringe ja keine Stunden im Bad, um dort den Ausblick zu genießen. Obwohl das jetzt schon echt toll ist, man kann vom Klo aus ins Grüne schauen. Und in unserer vorherigen Wohnung saß man unter einem Dachfenster, beim nächtlichen Pinkeln konnte man in die Sterne blicken. Verzeiht an dieser Stelle den Ausdruck, aber Wasserlassen fand ich noch dämlicher.


Es gibt zwei Zimmer, beide haben fast die identische Größe. Entweder bekommen die Blumenkinder ein Spiel- und ein Schlafzimmer oder ich gestalte ein normales Kinderzimmer für beide und in das andere kommen ihre Kleiderschränke und meine Nähecke. Erstmal wird alles in einen Raum gestellt und dann sehe ich nach und nach, wo was wie gestellt wird.

Das Wohnzimmer und die Küche sind ein großer Raum, lediglich eine halbe Wand trennt den Kochbereich optisch ab. Ein Grund mehr, die Küche immer sofort nach dem Kochen und Essen aufzuräumen.

Vom Wohnzimmer geht der Balkon ab. Der ist richtig schön groß und im Sommer ein viertes Zimmer, sofern es nicht wie aus Kübeln schüttet.

Ich freue mich auf die Wohnung, auch wenn ich nun mit knapp 50 qm weniger zurecht kommen muss. Ohne Garten. Dafür mit einem eingezäunten Spielplatz hinter dem Haus, einem tollen Spielplatz fünf Minuten entfernt und meinen Eltern mit tollem Grundstück keine zehn Minuten entfernt. Es wird toll, da bin ich mir sicher.

Da ich am 29.05.2015 meinen Mietvertrag abholen konnte - was für ein tolles Geburtstagsgeschenk - läuft das Kistenpacken hier schon auf Hochtouren. Unzählige Bilder, Dekosachen, Kleinzeug und Gedöns müssen verpackt werden. Alles, was nicht mehr im alltäglichen Leben gebraucht wird, wandert in einen Karton oder Sack. Noch herrscht kein Platzmangel und ich muss auch noch nicht über Kisten steigen, um durch ein Zimmer zu kommen.


Mein Arbeitszimmer - man, das werde ich echt vermissen - dient derzeit als Lager, zum Nähen fehlt mir ohnehin der Antrieb, da mich alles andere auslaugt und mir jegliche Kraft raubt.


Auch das Kinderzimmer wirkt schon sehr kahl. Einige Spielzeuge sind schon aus dem Zimmer gewandert, Bilder wurden abgenommen. Für die Kinder ist das vollkommen in Ordnung, sie durften sogar mitbestimmen, welche Teile schon zur Seite geräumt werden können.


Ja, wir freuen uns auf unsere neue Wohnung. Das hat erst heute die Minimadame geflüstert.