Mittwoch, 11. Februar 2015

Der Maler tobt sich aus.

Ok, er tat am Ende auch nur das, was wir besprochen hatten. Das allerdings in so einem Affenzahn, dass wir mit dem Staunen kaum hinterher kamen. Und wir waren so unglaublich froh über die Entscheidung, die Tapeten abreißen zu lassen. Da ich die Woche extra Urlaub genommen hatte und der Lieblingsmann arbeiten musste, machte ich von jedem Arbeitsschritt Fotos und schickte sie ihm. Uns wurde beim Anblick der abgerissenen Tapetenfetzen so bewusst, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Ich hätte mich diesem Chaos keine Sekunde lang freiwillig aussetzen wollen.

Da ich zu den einzelnen Schritten keine endlosen Romane erzählen kann, es vermutlich auch nicht annähernd so interessant wäre wie ein Krimi oder dergleichen, werde ich die Fotos dem jeweiligen Datum zuordnen und ein paar Worte dazu verlieren.

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19.05.2014

Es ist irgendwas ganz früh am Morgen. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann waren die Maler gegen 7 Uhr bei uns. Die Kinder wuseln noch unfertig durch die Wohnung, der Lieblingsmann macht sich für die Arbeit bereit. Der Chef kommt persönlich vorbei, im Schlepptau ein Angestellter. Dieser bekommt Instruktionen, wir gehen noch einmal die Farben durch, der Chef verabschiedet sich zu einer anderen Baustelle und dann geht es auch schon los.

Gegen 09:15 Uhr hat der Maler seine verdiente Frühstückspause im Auto eingelegt. Für mich die Gelegenheit, mal ein paar Bilder zu machen. Als ich die Tür öffnete, traf mich ein wenig der Schlag. Einerseits schockte mich die Vielzahl von Tapetenschnipseln, andererseits war der Typ verdammt schnell. Innerhalb von zwei Stunden hatte er einen Großteil der Tapete entfernt, was wir nicht mal annähernd in der Zeit geschafft hätten.


Als er sich am späten Nachmittag verabschiedete und ich den Raum wieder betrat, wurden alle Erwartungen übertroffen. Die alten Tapeten waren von den Wänden runter, sämtliche Schnipsel aufgeräumt und entsorgt und es klebten bereits die ersten Bahnen neue Tapete.

Manch einer wird vielleicht lachen und sich wundern, warum wir über dieses Tempo erstaunt waren. Erstens war das für uns das erste Mal, dass wir einen Profi beauftragt hatten. Zweitens hat unser Kinderzimmer eine Wandfläche von mehr als 100 qm. Und diese Fläche wurde von einem einzigen Mann bearbeitet. Wir schafften bei unserem ersten Versuch zu dritt eine Wand in drei Tagen.


21.05.2014

Die nächsten Fotos entstanden morgens gegen 05:50 Uhr. Ja, ich bin extra zeitig aufgestanden, um das neue Zimmer zu genießen. Am 20.05. tapezierte der Maler alles fertig und beseitigte schon den gröbsten Dreck. Den 21.05. wollte er dann nur mit Streichen verbringen.

Ich schlich mich also morgens in das Kinderzimmer, Der Lieblingsmann und die Kinder schliefen noch tief und fest. Kennt ihr auch dieses Gefühl von neuen Dingen? Diese Vorfreude. Diesen Duft. Ich liebe es! Und ich habe sowas ganz gern für mich allein, um es richtig aufzusaugen und mich daran erfreuen zu können.

Da stand ich nun, machte meine Fotos und fühlte mich aufgeregt glücklich.


Am Nachmittag war der Maler auch schon wieder fertig.

Da war es nun.

Das fertige Kinderzimmer.


Ich hätte in diesem Moment hüpfen können, weil es so wunderschön aussah. Ja, wir hatten vorher auch grüne Tapete an den Wänden. Aber das neue Grün war viel sanfter und ruhiger, nicht mehr so quietschend grell. Die Loggia mit ihrem Lichtgrau war von der ersten Sekunde an mein neuer Lieblingsort in der Wohnung. Wir hatten vorher in dieser Ecke alles in sterilem Weiß, was kahl und kalt wirkte, da die Fenster schon so blank waren (und auch bewusst so blieben). Mit dem warmen Lichtgrau wirkte es einfach nur freundlich. Eben ganz wie ein schönes Kinderzimmer. Die Farben wurden vom Maler auf die vorhandene Streifentapete abgestimmt und wir finden auch heute noch, dass es sich perfekt ergänzt.

22.05.2014

Am letzten Tag erfolgte ein erneuter Anstrich, um auch letzte Schattierungen etc. verschwinden zu lassen. Der Maler räumte auf, wischte sogar meinen Boden und putzte grob die Fenster. Die Fußleisten wurden wieder befestigt und dann war auch schon alles vorbei.

So schnell. Was uns ungemein freute, weil wir ein wenig Angst davor hatte, dass es sich viel länger hinziehen würde. Aber so konnten wir uns voll und ganz auf das Ausräumen des Zimmers und die neuen Möbel konzentrieren.

Aber dazu gibt es im nächsten Post mehr.