Montag, 19. Januar 2015

Der Versuch, es schön zu machen.

oder

Das gewürfelte Chaos immer wieder umräumen.

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Unser Kinderzimmer hat diese wunderschöne Säule. Ja, optisch ist sie nichts besonderes, einfach nur eckig. Aber ich liebe es, wenn solche Dinge vorhanden sind. Man kann so viel daraus machen. Da der Lieblingsmann dekotechnisch schon immer schwer zu begeistern war, nahm ich die meisten Dinge selbst in die Hand. Bei Löckchenzauber hatte ich einen Stoffbaum entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich aber keinerlei Stoffreste - gaaaaanz anders als jetzt - und verfügte nur über buntes Geschenkpapier. So wurde aus dem Stoffbaum ein Geschenkpapierbaum. Die dunkelbraune Farbe hatte ich noch vom Flur übrig. Somit hat mich der ganze Spaß nichts gekostet. Wenn mich meine Erinnerung gerade nicht im Stich lässt, dann habe ich 4 Tage an dem Baum gesessen. Die Minimadame fand ihn toll.


Der Stauraum im Zimmer wurde immer knapper. Es sammelten sich unzählige Sachen an, Kleidung, Spiele, Bücher, Kuscheltiere, Spielzeug... Obwohl ich immer aussortierte, Spielsachen auch mal austauschte und zu kleine Klamotten sofort in Kisten auf dem Dachboden landeten, hatte ich einfach keinen Platz mehr. Trotz der wenigen Möbel erschlug mich der Raum.

Die Minimadame hatte inzwischen ein kleines Juniorbett, ganz ohne Gitter. Darin geschlafen hat sie nicht. Für den Minimister kam ein Babybett hinzu.

Ich versuchte, uns eine kleine Leseecke zu schaffen. Die wurde dann auch gut genutzt, da Bücher ganz hoch im Kurs standen und nach wie vor stehen.


Auf den bisherigen Fotos sah immer alles so ordentlich aus. Das war natürlich kein Dauerzustand. Im Gegenteil. Ich machte nur immer schnell Fotos, wenn ich mal wieder mühselig aufgeräumt hatte. An der Tagesordnung war eher das:


Und das nervte mich gewaltig. Die Minimadame bespielte das Kinderzimmer zu dem Zeitpunkt noch alleine. Binnen weniger Sekunden fegte scheinbar ein Tornado durch die vier Wände und räumte alles aus sämtlichen vorhandenen Regalen, Kisten, Kartons. So sah es ständig aus. Das Problem: Für die Minimadame war es viel zu schwer, in ihrem Refugium Ordnung zu halten. Das Regal war zu groß, sie reichte lediglich bis zur zweiten Reihe, in der dritten durften nur ganz leichte Dinge liegen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nur zwei von diesen Rollkisten, eine wurde von den Spielsachen meiner kleinen Schwester in Beschlag genommen. Die Kiste war das einzige, was die Minimadame wirklich leicht einräumen - und noch viel leichter ausräumen - konnte.


Ich liebte das Zimmer, wir spielten sehr sehr gern darin. Aber gleichzeitig fluchte ich über meinen unbändigen Drang nach etwas Neuem. Der Lieblingsmann muss mich schon für irre erklärt haben. Ich rückte mindestens alle drei Wochen die Möbel, manchmal sogar mehrmals in einer Woche. Immer auf dem Weg nach der idealen Lösung. Umsetzbar mit dem, was mir zur Verfügung stand.


Das multifunktionale Stubenbett des Minimisters konnte zu einer Bank umgebaut werden. Ich fand sie wunderschön und hatte mir bereits beim Kauf vorgestellt, wie ich irgendwann die Blumenkinder daraus anziehen würde. Tja, die Kinder fanden sie irgendwie nicht so prall und nutzten kaum die zusätzliche Sitzfläche.


Wenn ich mir die Bilder so ansehe, dann hätte man sicher mehr daraus machen können. Ich hatte damals zwar schon eine Nähmaschine, aber noch keine Stoffe und auch sonst fehlte es an einigen notwendigen Dingen.

Die Blumenkinder haben ihr Kinderzimmer übrigens immer gemocht. Sie hatten Platz, es war bunt, sie konnten rennen bzw. hatte der Minimister auf dem Fußboden genug Fläche zum Liegen und Spielen.

Eigentlich war nur ich unzufrieden.

Dieser verdammte Perfektionismus.

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