Dienstag, 4. November 2014

Vom ersten Probenähen und der zauberhaften Yvi

Ich durfte bei einem Probenähen mitmachen!!! ICH! Wo sich mein Nähen von Klamotten doch bisher lediglich auf Beanies und Hosen beschränkte. Dennoch traute ich mich und "bewarb" mich bei einem Facebook-Aufruf von Mariele. Als ich dann meinen Namen gelesen habe, schlug mir das Herz bis zum Hals und mein Arsch ging mir gehörig auf Grundeis. Irgendwie hatte ich plötzlich Schiss, ob ich dieser Aufgabe mit meinen wenigen Kenntnissen überhaupt gewachsen war. Im selben Moment kam der Gedanke, dass mit Sicherheit auch Anfänger ein solches E-Book kaufen wollen und ich ja aus Anfängersicht die Tauglichkeit für selbige bestens bewerten kann. Ich bekam eine Einladung in die Probenähgruppe und war sofort von dem dort herrschenden Klima angetan. Allesamt nette Ladies, die sich kurz vorstellten. Irgendwie ist so ein Hinter-den-Kulissen-Ding total meins. Die ganze Zeit wurde nett miteinander umgegangen. Der Ton war immer höflich, Kritik immer sachlich, Tipps und Anregungen immer hilfreich. Und mal zu sehen, was hinter so einem E-Book eigentlich an Arbeit, Planung, Organisation etc. steckt, war hochinteressant.

Nun möchte ich euch aber nicht von der Gruppendynamik vorschwärmen, sondern die tolle Yvi vorstellen.

Bei Yvi handelt es sich um einen Schnitt für kleine und größere Blumenmädchen (Größe 74 - 140), die unglaublich gern ihre Taschen mit Schätzen füllen. Meine Minimadame ist ein solches Blumenmädchen und hat sich über die großen Taschen riesig gefreut. Genäht wird hauptsächlich aus Jersey. Beim Vorderteil gibt es einen Einsatz, der auch aus Webware sein kann. Ihr könnt eure ganz eigene Yvi gestalten, da es drei Saumvarianten und zwei Ärmelvarianten gibt. Ich habe mich gegen die Puffärmel entschieden, da ich einfach kein Fan davon bin. Daher kann ich euch nichts zur Schwierigkeit sagen.

An sich ist die Yvi wirklich leicht zu nähen. Zum E-Book gibt es eine tolle Anleitung, die mit vielen Bildern auch sehr gut für Anfänger geeignet ist. Für mich war es mein absolut erstes Oberteil, was man an meiner ersten Yvi auch sieht *hust* Und dennoch habe ich ein paar schöne Exemplare erschaffen können und sitze aktuell wieder an einer Yvi für ein kleines Mädchen.

Der Schnitt ist wirklich super, nichts zwickt und zwackt und die leichte Ballonform passt zu Leggings, Strumpfhosen aber auch normalen Hosen. Von der Länge gleicht sie einer Tunika, geht also bis zur Pofalte. Allerdings kommt es da auch ein wenig darauf an, wie großzügig man näht. Meine Minimadame trägt aktuell 104/110, genäht habe ich in 110 (die erste Yvi in 104) und es passt perfekt.

Aber nun möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier kommen meine bisherigen Exemplare:

Meine bisherige LieblingsYVI und das Exemplar für Mariele.

Von links nach rechts:

Die erste, etwas verhunzte, Yvi. Die Nähte hauen nicht ganz hin, aber zum Ströpern zuhause reicht sie allemal.
Eine Yvi aus Jersey und Feincord.
Eine WinterYVI aus Mircofleece und Sweat, ohne Taschen und mit etwas längerem Saumbündchen.

Für den Minimister zwei "Yvos", so nenne ich die für Jungs abgewandelte Form. Als ich das Schnittmuster jungstauglich machte, spukte mir die ganze Zeit der Name durch den Kopf und inzwischen ist er hier fest eingebürgert.

Rechts ist die erste Variante für Jungs zu sehen, mit einem etwas zu eng geratenen Saumbündchen und trotz Waschgang vor dem Nähen erneut eingelaufen. Links eine Nummer größer und etwas lockerer, schon passte alles.

Der Schnitt "Yvi" macht unglaublich Spaß und bietet einem so viele Gestaltungsmöglichkeiten. Bei uns werden mit Sicherheit bald noch mehr im Schrank hängen.

Sonntag, 2. November 2014

Emotionale Rückblende

Momentan bin ich, obwohl das Jahr noch nicht vorbei ist, sehr in Gedanken an die vergangenen 10 Monate versunken. In diesem Jahr ist wirklich viel passiert, wie bisher eigentlich auch. Aber eine Sache hat mein Leben doch grundlegend verändert, wie ich nun feststellen musste.

Erinnert ihr euch an meinen Post "Wenn das Leben anders plant"? (Anmerkung: Der Post ist bereits gelöscht.) Dort berichtete ich von meiner lieben Freundin, die Anfang des Jahres eine wirklich beschissene Diagnose erhalten hat. Da braucht man auch nichts schön reden. Viel Zeit ist seitdem ins Land gegangen.

In dieser Zeit standen wir eng in Kontakt. Wir telefonierten stundenlang, schrieben uns Nachrichten. Sie hielt mich immer auf dem Laufenden. Und wir trafen uns. An diesem Abend ist ein Foto entstanden, welches mir unglaublich viel bedeutet. Mir ist irgendwann mal aufgefallen, dass ich von mir und meinen Freundinnen gar keine Fotos habe. Es gibt welche von mir, es gibt welche von ihnen. Aber eben irgendwie keine gemeinsamen. Also ergriffen wir die Chance und die Kellnerin und schwupps...


Wenn ich mir dieses Foto anschaue, dann überkommen mich so viele Emotionen. Angst vor dem, was da eventuell noch kommen wird. Glück, weil ich diese wundervolle Person zu meinem engsten Freundeskreis zählen darf. Stolz, weil sie alles so gut meistert. Hochachtung, weil sie in der ganzen Zeit nie ihren Humor und ihr tolles Lächeln verlor.

Erst heute habe ich wieder erfahren, wie schön das Leben sein kann und wie schnell sich das manchmal ändert.

Meine liebe Freundin,

du bist ein ganz unglaublicher Mensch. So lieb, warmherzig, wundervoll verheult und ansteckend lachend. Du bist mir immer eine treue Begleiterin gewesen, eine Vertrauensperson, eine Stütze, eine Aufmunterung, ein offenes Ohr... Ich hoffe, dass ich dir dies in den vergangenen Monaten ein wenig zurückgeben konnte. Dass du meine Dankbarkeit für dein stetes Dasein gespürt hast und ich dir ein wenig durch deinen schweren Gang helfen konnte.

Ich würde - nein, ich WERDE - es jederzeit wieder tun.

Ich bin froh, dass du meine Freundin bist. Dass ich dich kennen darf.