Dienstag, 4. November 2014

Vom ersten Probenähen und der zauberhaften Yvi

Ich durfte bei einem Probenähen mitmachen!!! ICH! Wo sich mein Nähen von Klamotten doch bisher lediglich auf Beanies und Hosen beschränkte. Dennoch traute ich mich und "bewarb" mich bei einem Facebook-Aufruf von Mariele. Als ich dann meinen Namen gelesen habe, schlug mir das Herz bis zum Hals und mein Arsch ging mir gehörig auf Grundeis. Irgendwie hatte ich plötzlich Schiss, ob ich dieser Aufgabe mit meinen wenigen Kenntnissen überhaupt gewachsen war. Im selben Moment kam der Gedanke, dass mit Sicherheit auch Anfänger ein solches E-Book kaufen wollen und ich ja aus Anfängersicht die Tauglichkeit für selbige bestens bewerten kann. Ich bekam eine Einladung in die Probenähgruppe und war sofort von dem dort herrschenden Klima angetan. Allesamt nette Ladies, die sich kurz vorstellten. Irgendwie ist so ein Hinter-den-Kulissen-Ding total meins. Die ganze Zeit wurde nett miteinander umgegangen. Der Ton war immer höflich, Kritik immer sachlich, Tipps und Anregungen immer hilfreich. Und mal zu sehen, was hinter so einem E-Book eigentlich an Arbeit, Planung, Organisation etc. steckt, war hochinteressant.

Nun möchte ich euch aber nicht von der Gruppendynamik vorschwärmen, sondern die tolle Yvi vorstellen.

Bei Yvi handelt es sich um einen Schnitt für kleine und größere Blumenmädchen (Größe 74 - 140), die unglaublich gern ihre Taschen mit Schätzen füllen. Meine Minimadame ist ein solches Blumenmädchen und hat sich über die großen Taschen riesig gefreut. Genäht wird hauptsächlich aus Jersey. Beim Vorderteil gibt es einen Einsatz, der auch aus Webware sein kann. Ihr könnt eure ganz eigene Yvi gestalten, da es drei Saumvarianten und zwei Ärmelvarianten gibt. Ich habe mich gegen die Puffärmel entschieden, da ich einfach kein Fan davon bin. Daher kann ich euch nichts zur Schwierigkeit sagen.

An sich ist die Yvi wirklich leicht zu nähen. Zum E-Book gibt es eine tolle Anleitung, die mit vielen Bildern auch sehr gut für Anfänger geeignet ist. Für mich war es mein absolut erstes Oberteil, was man an meiner ersten Yvi auch sieht *hust* Und dennoch habe ich ein paar schöne Exemplare erschaffen können und sitze aktuell wieder an einer Yvi für ein kleines Mädchen.

Der Schnitt ist wirklich super, nichts zwickt und zwackt und die leichte Ballonform passt zu Leggings, Strumpfhosen aber auch normalen Hosen. Von der Länge gleicht sie einer Tunika, geht also bis zur Pofalte. Allerdings kommt es da auch ein wenig darauf an, wie großzügig man näht. Meine Minimadame trägt aktuell 104/110, genäht habe ich in 110 (die erste Yvi in 104) und es passt perfekt.

Aber nun möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier kommen meine bisherigen Exemplare:

Meine bisherige LieblingsYVI und das Exemplar für Mariele.

Von links nach rechts:

Die erste, etwas verhunzte, Yvi. Die Nähte hauen nicht ganz hin, aber zum Ströpern zuhause reicht sie allemal.
Eine Yvi aus Jersey und Feincord.
Eine WinterYVI aus Mircofleece und Sweat, ohne Taschen und mit etwas längerem Saumbündchen.

Für den Minimister zwei "Yvos", so nenne ich die für Jungs abgewandelte Form. Als ich das Schnittmuster jungstauglich machte, spukte mir die ganze Zeit der Name durch den Kopf und inzwischen ist er hier fest eingebürgert.

Rechts ist die erste Variante für Jungs zu sehen, mit einem etwas zu eng geratenen Saumbündchen und trotz Waschgang vor dem Nähen erneut eingelaufen. Links eine Nummer größer und etwas lockerer, schon passte alles.

Der Schnitt "Yvi" macht unglaublich Spaß und bietet einem so viele Gestaltungsmöglichkeiten. Bei uns werden mit Sicherheit bald noch mehr im Schrank hängen.

Sonntag, 2. November 2014

Emotionale Rückblende

Momentan bin ich, obwohl das Jahr noch nicht vorbei ist, sehr in Gedanken an die vergangenen 10 Monate versunken. In diesem Jahr ist wirklich viel passiert, wie bisher eigentlich auch. Aber eine Sache hat mein Leben doch grundlegend verändert, wie ich nun feststellen musste.

Erinnert ihr euch an meinen Post "Wenn das Leben anders plant"? (Anmerkung: Der Post ist bereits gelöscht.) Dort berichtete ich von meiner lieben Freundin, die Anfang des Jahres eine wirklich beschissene Diagnose erhalten hat. Da braucht man auch nichts schön reden. Viel Zeit ist seitdem ins Land gegangen.

In dieser Zeit standen wir eng in Kontakt. Wir telefonierten stundenlang, schrieben uns Nachrichten. Sie hielt mich immer auf dem Laufenden. Und wir trafen uns. An diesem Abend ist ein Foto entstanden, welches mir unglaublich viel bedeutet. Mir ist irgendwann mal aufgefallen, dass ich von mir und meinen Freundinnen gar keine Fotos habe. Es gibt welche von mir, es gibt welche von ihnen. Aber eben irgendwie keine gemeinsamen. Also ergriffen wir die Chance und die Kellnerin und schwupps...


Wenn ich mir dieses Foto anschaue, dann überkommen mich so viele Emotionen. Angst vor dem, was da eventuell noch kommen wird. Glück, weil ich diese wundervolle Person zu meinem engsten Freundeskreis zählen darf. Stolz, weil sie alles so gut meistert. Hochachtung, weil sie in der ganzen Zeit nie ihren Humor und ihr tolles Lächeln verlor.

Erst heute habe ich wieder erfahren, wie schön das Leben sein kann und wie schnell sich das manchmal ändert.

Meine liebe Freundin,

du bist ein ganz unglaublicher Mensch. So lieb, warmherzig, wundervoll verheult und ansteckend lachend. Du bist mir immer eine treue Begleiterin gewesen, eine Vertrauensperson, eine Stütze, eine Aufmunterung, ein offenes Ohr... Ich hoffe, dass ich dir dies in den vergangenen Monaten ein wenig zurückgeben konnte. Dass du meine Dankbarkeit für dein stetes Dasein gespürt hast und ich dir ein wenig durch deinen schweren Gang helfen konnte.

Ich würde - nein, ich WERDE - es jederzeit wieder tun.

Ich bin froh, dass du meine Freundin bist. Dass ich dich kennen darf.


Freitag, 3. Oktober 2014

Das Reich der Wunderblume

Ringelmiez hat einen schönen Post über ihre Nähecke verfasst und die Leser gefragt, wie es bei ihnen aussieht. Diese Idee finde ich toll, da ich gern in fremde vier Wände schaue.

Nun möchte ich aber nicht nur gucken und glotzen, sondern selbst meinen Beitrag dazu leisten. Also habe ich kurzerhand die sehr günstige Gelegenheit genutzt - ich habe ein paar Kleinigkeiten für meine neuen Schreibtische verändert - und ein paar Fotos gemacht.

Mein Arbeitszimmer habe ich ja schon mehrfach gezeigt. Vielleicht erinnert ihr euch an das bisherige Erscheinungsbild des Raumes. Ansonsten schaut einfach mal bei den Wohn(t)räumen vorbei.

Ich habe mir eine kleine Entspannungs-, Lese- und Pflanzenecke eingerichtet. Dort sitze ich gerne und stöbere in meinen Büchern nach Ideen, suche Inspiration, höre Musik, blogge auch mal oder träume vor mich hin. Der Erker ist einer meiner Lieblingsplätze in unserer Wohnung.


Die nächste Wand ist ganz spontan entstanden. Ich litt an akuter Sonntagnachmittagslangeweile. Farbe stand schon länger bereit, Rolle und Pinsel ebenfalls. Also strich ich kurzerhand die Fläche hinter dem Sideboard und verlagerte zwei Tage später alle im Raum befindlichen Bilder in diese Ecke. So eine Fotowand war schon immer in meinem Kopf, aber ich hatte bei der ersten Gestaltung des Arbeitszimmers die Rahmen zu wahllos an die Wände gebracht. Nun konzentriert sich alles auf diesen einen Punkt und ich bin froh darüber.


Kommen wir nun zum eigentlichen Zweck des Raumes: Der Arbeit. Es ist mehr Kür als Pflicht, daher trifft das Wort "Arbeitszimmer" nicht wirklich den Nagel auf den Kopf. Ich suche immer noch eine schöne passende Beschreibung. Vielleicht fällt euch ja was ein.

Die Schreibtische sehen durch den Küchentisch etwas zusammengewürfelt aus. Das Chaos lasst ihr mal einfach außen vor, der dient als Ablage und Bügelfläche. Wenn er denn leer ist. Aber ich habe mir bereits wunderschöne, Platz bietende, geräumige und komplett aufeinander abgestimmte Tische ausgesucht. Die werden dann - irgendwann in vielleicht bald naher Zukunft - einziehen dürfen.

Diesen Bereich des Zimmers habe ich in den Stoffgarten und die Bastelwiese unterteilt. Auf dem folgenden Bild ist der Schrank mit sämtlichen Papier-, Stempel- und Schreibutensilien zu sehen.


Eulige Tassen als Stiftehalter.

Deko-, Koch-, Garten-, Bastelbücher... Von allem ist etwas da.

Sammlung von Holzstempeln.

Washi Tape, Masking Tape, buntes Klebeband... Viele Namen. Viele Rollen.

Links daneben haben meine Maschinchen, Stoffe, Nähbücher und haufenweise Kleinkram ihren Platz. Die wichtigsten Stoffe (Baumwolle und Jersey) sind im Schrank verstaut, der Rest tummelt sich in den weißen Körben und rosafarbenen Kisten, die ihr oben neben meinem Schwingsessel sehen könnt.


Stoffe (ein Teil) und Nähbücher immer griffbereit.

Ovi und Nähemma teilen sich einen Tisch und kommen bestens klar.

Auch die Scheren sind zum Einsatz bereit.

Dekoknöpfe, Label, Maßband, Stecknadeln...

Zackenlitze, Webbänder, Paspel, Schrängband...

Über meinem Näheckchen haben wir heute ein Regal befestigt, darauf habe ich bestanden. Der Lieblingsmann war erst nicht so begeistert, aber hat sich dann doch breitschlagen lassen.



So, das war meine kleine Führung durch mein ganz eigenes Reich. Das nächste Mal gibt es dann Fotos inklusive Chaos.

Ich wünsche euch noch einen ganz wundervollen Freitagsfeiertagsabend und ein schönes Wochenende.

Donnerstag, 14. August 2014

Irgendwo im Nirgendwo - Ohne Netz und doppelten Boden

Kennt ihr diese verkrampften Überlegungen wegen eines Geburtstages? Was schenkt man, wenn bereits alles vorhanden ist? Also leicht ist definitiv anders.

Im April dieses Jahres feierte unsere liebe Mama einen runden Geburtstag und wir Kinder schenkten ein Familienwochenende in Drei Eichen. Da ich noch nie dort war, hatte ich mir den Ort des Geschehens damals im Internet angeschaut und ich muss sagen, dass es recht gut und idyllisch wirkte.

Vom 25.07. bis 27.07. war es dann soweit. Für mich gab es ein ganz besonderes Highlight: Der Lieblingsmann konnte das erste Mal zu so einem Familienausflug mitkommen. An einem Wochenende! Ich organisierte Lebensmittel, legte die Sachen zurecht und verstaute sie in Vakuumtaschen. Ich liebe diese Dinger. Ein 50 cm großer Haufen wird zu mickrigen 5 cm zusammen "geschmolzen". Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass wir für 2 1/2 Tage eindeutig zu viel Gepäck hatten. Aber ok, für alle Eventualitäten wappnen und so...

Am Freitag starteten wir erstmal eine Tour durch unser kleines Städtchen, da wir zu meinen Eltern und meiner Schwester wollten. Gemeinsam ging es dann zum Ferienlager, wo unsere kleine Schwester wartete. Von dort aus fuhren wir in Richtung Drei Eichen. Am Ende waren wir gute 3 1/2 Stunden unterwegs. Für unser neues Auto die erste große Tour.

Irgendwann landeten wir jedenfalls mitten in der Buschanei. Was ab diesem Zeitpunkt passierte, werde ich in der Ich-Form beschreiben, denn es ist allein meine Wahrnehmung, die ich wiedergeben möchte.


Ich betrat also den Hof und ich muss ehrlich gestehen, dass mich ein Schlag traf. Der erste Blick fiel sofort auf eine Baustelle, nicht wirklich gesichert. Es sah auch eher danach aus, als würde dort nicht viel passieren. Aber nicht etwa aufgrund des Wochenendes. Viel mehr tickten die Uhren dort einfach anders.

Wir erfuhren auch sofort, dass für den Freitag ein kleiner Markt, abends ein Irish Folk-Konzert und das ganze Wochenende ein Clowns-Seminar stattfinden sollte. Der Markt war klasse. Das Konzert war so kurz, dass wir es komplett verpassten. Das Seminar... Leute, das war eine Welt für sich. Lachen ist gesund, das ist eine Sache. Aber sich vor der versammelten Gemeinschaft zum absoluten Deppen zumachen, das ist dann doch wieder etwas ganz anderes. Zumal uns das gesamte Wochenende der Sinn eines solchen Seminares verborgen blieb. Wir hörten nur immer wieder durch die geöffneten Fenster "Haaaaaaaaaaa! Hooooooooo!" oder "Jaaaaa, genaaaaaaauuuuuu!!!" Was auch immer sie mit diesen - mehr gestöhnten als gesprochenen oder gelachten - Worten sagen wollten... Ich weiß es bis heute nicht.

Wir durften aufgrund einer Unwetterwarnung auch sofort in unsere Ferienwohnung. Auf dem Gelände stand ein Haus, neu, schick, irgendwie gemütlich wirkend. Wir gingen darauf zu. Und steuerten dann ein daneben stehendes altes Haus an. Dunkelgrauer Putz, dunkle Fenster, wenig einladend. Aber gut, von innen muss ja nicht von außen sein. Muss es wirklich nicht. Geht ja schöner. Geht aber auch schlechter. Wir tasteten uns Raum für Raum vor und entdeckten in jedem Raum auf Anhieb zehn Spinnen, Staub, Spinnweben und ordentlich Sand auf dem Fußboden. Witzig, stand doch an der Haustür "Straßenschuhe bitte ausziehen". Kurze Zeit später stellte ich fest, dass die wenigsten dort Straßenschuhe trugen. Barfuß war die Devise. Am schlimmsten waren für mich aber die vielen Spinnen. Auf diese Viecher - nützlich oder nicht - komme ich gar nicht klar. Da mein Bruder vegan und mit einem anderen Bewusstsein lebt und auch sonst eher den Gedanken hegt, dass man ruhig alle leben lassen kann, durften keine Spinnen entfernt werden. Nicht mal eine dicke, fette, schwarze im "Master Bathroom". Glaubt mir... Ich wäre nicht ein einziges Mal duschen gegangen, wenn mein Mann sie nicht heldenhaft um die Ecke gebracht hätte. Ich muss dazu sagen, dass er selbst seit seiner Kindheit ein Spinnenhasser ist. Und hätte ich gestunken wie ein Iltis, Puma und Skunk... Ich hätte dieses Bad im Leben nicht betreten.



Zu allem Überfluss gab es kein Netz. Ich starrte auf mein Handy und kotzte innerlich ab. Nun könnte man meinen, dass ich süchtig bin, auf Entzug, der Situation absolut nicht gewachsen. Doch dem ist nicht so. Ich bin allerdings zweifache Mama, immer in Angst, dass sich eines meiner Blumenkinder verletzten könnte. Und dann hätte ich da gestanden. Es gab auf dem ganzen Grundstück ein Telefon. Im Büro. Was immer unbesetzt war. Für mich eine beklemmende Situation.

Noch kurz zum Handydilemma: Da meine quasi-Schwiegereltern dort in der Nähe wohnen, wollten wir sie sonntags auf dem Weg nach Hause besuchen und ein Käffchen trinken. Der Lieblingsmann hatte vereinbart, dass er am Samstag eine kurze Meldung abgibt. Dafür bin ich mit ihm in den nächsten Ort gefahren. Wir sind zum Telefonieren mit dem Auto aus dem Dschungel in die nächste Ortschaft, nur um jemandem sagen zu können, dass wir einen Tag später definitiv mit den und den Leuten auftauchen. Wie hat man das früher gemacht?

Ach ja, ich wartete außerdem auf eine Nachricht von einer meiner liebsten Freundinnen. Diese saß nämlich hochschwanger (und bereits über dem Termin) auf ihr Baby wartend zuhause. Und ich war so nervös. Aber gut, das ist ein anderes Thema.


Auf dem Grundstück gab es ein Ziegengehege, alles sehr naturbelassen und in meinen Augen etwas ungepflegt. Aber Natur war eben für die Leute dort das absolute Nonplusultra. Zwei Hasen hatten ebenfalls ihre Behausung gefunden. Der Pfuhl beherbergte unzählige Kleinsttiere und Pflanzen. Wald und Wasser. Definitiv nicht mehr meins. Das war als Kind anders, da tigerte ich stundenlang mit meinen Großeltern durch den Busch. Heute kann ich nur noch an Mücken und Zecken denken, beide nicht ungefährlich. Die Minimadame und ich reagieren sehr allergisch auf die Stechbiester. Und die kleinen schwarzen Blutsauger sind mir auch nicht geheuer. Außerdem möchte ich meinen Lebenssaft doch gern für mich behalten. Ich hatte zwar Spray eingepackt, aber die Minimadame hatte trotzdem eine Zecke in der Kniekehle zu hängen. Ich hätte ungelogen heulen können. Mir stiegen sofort unzählige Gedanken in den Kopf und ich schaute mir alle paar Minuten die Stelle an, machte auch sofort ein Foto und notierte mir Datum und Uhrzeit. Für manche vielleicht vollkommen übertrieben. Für mich ist das echt ein Horror. Glücklicherweise wurde auch im Nachhinein nichts rot oder auffällig.

Neben den "ortsansässigen" Tieren und den fliegenden bzw. krabbelnden Plagegeistern gab es auch noch weiteres Getier zu bestaunen. Wir konnten unseren Kindern Frösche, Blindschleichen, Katzen und einen Igel zeigen. Allerdings erwischten wir letzteren in einer sehr unschönen Situation, hatte er sich doch zum Sterben in eine stille Ecke verkrochen. Da ich aus dem Thema meinen Kindern gegenüber kein Drama mache, habe ich der Minimadame ganz normal und sachlich erklärt, was da vor sich ging. Und es war für sie ok.



Natürlich haben wir auch schöne Momente gehabt. Ein Teil der Familie war baden. Ich hingegen passte mit meiner derzeitigen Figur nicht in meinen Badeanzug, was mich wirklich erstaunte. Denn mit 87 kg habe ich letztes Jahr zum Babyschwimmen hervorragend hinein gepasst. Aber gut, Kalorien sind kleine fiese Tierchen, die nachts die Kleidung enger machen. Vielleicht waren die auch an dem Badeanzug zugange.


Beim Baden hatte der Minimister wohl den meisten Spaß. Jedenfalls wenn man am Ende den Schmutzigkeitsgrad der Kleidung ausgewertet hätte. *PlanschPlansch* und *schwupps* saß der Poppes im Matsch. Egal, er fand es lustig.





Absolutes Highlight war eine Schnitzeljagd. In meiner Familie gab es übrigens die Diskussion, wie es denn nun wirklich heißt: Schnitzeljagd oder Schnipseljagd. Irgendwie scheiden sich da wohl die Geister. Die einen reden von Papierschnipseln, auf denen sich Aufgaben und Rätsel finden. Die anderen begründen es so, dass man Schnitzel auch zu kleinen Fetzen oder Teilen sagt, wie beispielsweise beim Holzschnitz. Wenn ihr es wisst, dann schreibt doch einfach mal die Antwort als Kommentar unter den Post.

Warten auf den Start der Schnitzeljagd.

Unsere Mama hatte sich ganz wundervolle Aufgaben ausgedacht. Es war wirklich für jeden etwas dabei und manchmal standen wir einer echten Herausforderung gegenüber. Gemeinsam mit meiner Schwester ging sie vor, um den Weg mit ihren Rätseln zu pflastern und am Ende den Schatz zu verstecken. Wir folgten nach einer halben Stunde.

Ich habe nicht allein fotografiert. Mein Bruder hat ebenfalls fleißig Bilder geschossen. Allerdings hatte ich bisher keine Gelegenheit, mir diese irgendwie zu besorgen. Deswegen kann ich euch nur einen wirklich winzigen Ausschnitt zeigen.

Aufgabe.

Lösung.


Am Sonntag packten wir dann alle unsere Sachen und machten uns nach dem Mittagessen auf den Weg zu meinen quasi-Schwiegereltern.

Dort konnten wir noch ein wenig entspannen und das Wetter genießen. Sofern sich die Sonne zwischen den Regenschauern blicken ließ.


Mein Fazit von diesem Wochenende:

Ich bin immer wieder gern mit meiner Familie zusammen. Aber das nächste Mal dann doch wieder in etwas vertrauteren und mir angenehmeren Gefilden.


Sonntag, 29. Juni 2014

Alles muss anders!

Da hatten wir nun dieses wundervolle Kinderzimmer eher lieblos eingerichtet, wie ich fand. In meinem Kopf sprudelte es ja glücklicherweise nur so vor Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings wurden wir ein wenig von der zweiten Schwangerschaft überrascht und so wurde noch einmal alles gründlich über den Haufen geworfen. Bis zum April/Mai 2012 hangelten wir uns irgendwie mit dem Zimmer, aber dann riss mein Geduldsfaden endgültig und die schwangerschaftlichen Hormone taten ihr Übriges dazu. Ich bekam einen Rappel und alles musste neu. Wie blöde durchsuchte ich das Internet nach passenden Tapeten. Wir kannten ja inzwischen das Geschlecht unseres zweiten Wunders, was die Wahl des Wandkleides nicht gerade vereinfachte. Ein Zimmer für ein Mädchen und einen Jungen einrichten... Ich stand wirklich vor einer Herausforderung. In einem Shop wurde ich dann fündig und bestellte sofort die auserwählte Tapete.

Möge das Chaos beginnen! Abriss der alten Tapete.

Es vergingen ein paar Wochen, mein Bauch wurde immer runder und ich immer unbeweglicher. Die Zeit drängte. Doch es gab ein Problem: Der Lieblingsmann und ich hatten noch nie tapeziert und mein Papa war gerade nicht greifbar. Diese Zwickmühle ließ sich schwieriger lösen, als es jetzt vermuten lässt. Für einen Meister dieses Fachs hatten wir kein Geld. Einfach drauf los tapezieren wollten wir auch nicht. Warum eigentlich wir? Ich steige unschwanger auf keine Leiter, schwanger erst recht nicht. Davon abgesehen hätte zu diesem Zeitpunkt mein Gewicht die Leiter geschrottet. Also musste sich der Lieblingsmann alleine kümmern, aber dabei strikt nach meinen Anweisungen handeln. Ungerecht, ich weiß. Es ist auch eher mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Löcher... Überall tiefe Krater. Wenn mit der Tapete auch die Wand runter kommt...

Kurz vor panischer Aufgabe und einem hormonell bedingten Nervenzusammenbruch meinerseits, meldeten sich dann doch noch zwei Leute, die uns helfen wollten. Und so kam es, dass innerhalb einer Woche - in mühevoller Abrissarbeit und Kleberei - die alte Tapete auf dem Fußboden und die neue an der Wand landete. Ich konnte mein Glück kaum fassen und fand zu meinem alten Tatendrang zurück.

Das Ende der Vorarbeit: Abreißen, Spachteln, Schleifen...  Und die Nerven lagen blank.

Fertig. Mit der Tapete. Mit den Kräften. Mit den Nerven. Mit der Welt.

Unglaublich motiviert und mit dem vollen Ideenpaket im Kopf, dirigierte ich den Lieblingsmann und die Möbel in die richtigen Ecken, stellte um, nagelte an die Wände, hing auf, schmückte und schob alles, was ich nur finden konnte.

Aber das zeige ich euch ein anderes Mal.

Sonntag, 15. Juni 2014

Eine bunte Behausung

Eigentlich wollte ich ja einen großen Post zum Kinderzimmer schreiben. Aber der war jetzt so lang, dass ich einfach aufgehört habe zu schreiben und nun mehrere kleine Beiträge verfassen werde. Es handelt sich immerhin um unzählige Worte und Fotos.

Da ich die ganze Sache nun etwas anders gestalten kann, fange ich mal beim Urschleim an. Also bei der Besichtigung der Wohnung.

Am 03.09.2011 zeigte ich dem Lieblingsmann meine neue Traumwohnung. Die bisherige war schon wunderschön, aber irgendwie so ganz anders. Viel moderner. Die neue Wohnung überzeugte mit Altbau-Charme, einem Kamin, einem grünen Ausblick, einem kleinen Stück Garten und...

...damit:



Damals war die Minimadame noch unser einziges Kind und ein weiteres eigentlich nicht geplant. Nicht zu dem Zeitpunkt. Und trotz der über 30 qm Zimmergröße, sollte es das neue Reich der kleinen Maus werden. Da es sich um den hellsten Raum in der ganzen Wohnung handelt, fand ich ihn als Kinderzimmer ideal. In meinem Kopf sprudelte es nur so vor Einrichtungsideen.

Irgendwann kam dann der 19.11.2011, der Tag des Umzuges und das Chaos hielt Einzug in das Heim der Minimadame. Mit seiner Größe bot der Raum die meiste Stellfläche und so wurden sämtliche Dinge erst einmal dort hin dirigiert.









Da es zu dem Einrichtungsstress auch noch Ärger mit dem ehemaligen Vermieter gab und ich Anfang Dezember 2011 von unserem zweiten Wunder erfuhr, mussten viele Dinge warten. Die zweite Schwangerschaft forderte mich gerade in den ersten Wochen enorm, Komplikationen gaben mir den Rest. So wurde auch das Kinderzimmer vorerst provisorisch eingerichtet. Zufrieden war ich nicht. Ok, zufrieden bin ich nie. Aber wenn ich jetzt diese Fotos sehe, dann ist das eben so gar nicht mein Geschmack. Aber es diente eben dem Zweck und mehr war vorerst nicht drin.





Soweit zur "Einführung". Ihr konntet einen ersten Eindruck verschaffen. Alles Weitere erfahrt ihr nun so nach und nach. Ich möchte ja nicht sofort alle Karten auf den Tisch legen, hihi.