Montag, 7. Oktober 2013

Wunderblume Goes Karlshagen

oder

Eine Familie geht auf Reisen

...


Oje, wo fange ich an? Mitten im Geschehen oder doch etwas ruhiger, dafür weit ausgeholt? Ok, ich habe einen Anfang.

Es ist der 25.09.2013, die Sonne scheint und die Herbsttemperaturen meinen es gut mit uns. Nach meinem Feierabend holen wir die Kinder aus der KiTa und überraschen die Minimadame mit unserem Vorhaben, Kastanien sammeln zu gehen. Wir haben Spaß, gute Laune und binnen weniger Minuten einen Beutel voll Kastanien und Eicheln. Irgendwann am Abend rief mich mein Lebensgefährte und zeigte mir eine dicke Beule an der Stirn der Minimadame. Die Frage, wer sie da gehauen hätte, konnte ich sofort abwürgen. Es handelte sich eindeutig um einen Mückenstich. In diesem Moment wusste ich, was auf uns zukommen würde, hoffte aber noch, dass meine Befürchtungen nicht wahr werden würden. Donnerstag war ich nachmittags mit den Kindern spazieren und irgendwie sah unsere Tochter fremd für mich aus. Die Männerlogik meines Lebensgefährten versicherte mir noch am Morgen, dass von der Beule nichts mehr zu sehen sei. Kein Wunder, wenn die ganze Stirn zugeschwollen ist. Da kann von einer Beule nichts mehr zu erkennen sein. Nach unserem Spaziergang gab ich ihr sofort ihr Antiallergikum. Leider zu spät. Sie lag abends gerade mal eine Stunde im Bett, als sie zu mir aufs Sofa kam und meinte, dass es ihr nicht gut gehen würde. Ihr würde das Gesicht so doll wehtun. Mit dem Drücken des Lichtschalters offenbarte sich mir dann das gesamte Ausmaß. Eine kleine Mücke und mein Kind hätte die Hauptrolle in jedem Alien-Film bekommen können. Das linke Auge ließ sich nur schwer öffnen, die Nase war angeschwollen und von der linken Wange waren auch nur noch grobe Züge zu erkennen. Ich rief meinen Lebensgefährten auf Arbeit an, drückte unserer lieben Nachbarin das Babyphone und einen Schlüssel in die Hand, schnappte mir mein Kind und fuhr ohne Umweg ins Krankenhaus. Ihr Gesicht war glühend heiß und knüppelhart. Zum Glück kamen wir schnell dran und der Arzt war wirklich klasse. Sie bekam ein Cortison-Zäpfchen und wir durften wieder nach Hause, wo sie auch sofort einschlief. Am nächsten Tag sollte ich noch einmal bei der Kinderärztin vorstellig werden. Das dortige Dilemma erspare ich euch lieber. Am Sonntag war von dem fiesen Mückenangriff nichts mehr zu sehen.

Ja, sowas braucht man vor einem Urlaub, damit sich dieser auch so richtig lohnt.

Das Wochenende verbrachte ich dann hauptsächlich mit Waschmaschinenladungen, Trocknergängen, Packen und purem Wahnsinn. Irgendwie wird das von Urlaub zu Urlaub schlimmer. Die Klamottenberge werden immer höher. Der Krempel, der UNBEDINGT - warum auch immer - mit muss, wird immer mehr. Und meine Nerven werden immer dünner. Nee, was ist das ein Stress. Also nach den Vorbereitungen bin ich immer reif für den Urlaub. Aber sowas von...

In der Nacht von Sonntag zu Montag überraschten unsere Kinder uns auch noch mit Fieber. Der Minimister war eh mal wieder krank (Oder immer noch?) und die Minimadame hatte sich wohl bei ihm angesteckt. Unser Plan: "Wir fahren trotzdem!" Schließlich hatten wir uns auf die paar Tage Ostsee schon gefreut und die Luft tut gut.


Montag.

Aufbruch.

Endlich.

Nachdem ich alles an Gepäck und Lebensmitteln im Auto verstaut hatte - bei uns sind die Rollen da ganz klar verteilt - warteten wir nur noch auf meine Mama und meine kleine Schwester. Dann konnte es losgehen. Die Kinder, lieb wie sie eben sind *hust*, schliefen sehr schnell ein. Mein Lebensgefährte allerdings auch. So hatte ich aber wenigstens etwas Ruhe und konnte mich mal beim Fahren von dem Packstress erholen. Trotz guter Vorbereitungen meinerseits, hatte ich das anhaltende Gefühl, etwas vergessen zu haben. Aber das ist wohl normal. Nach knapp drei Stunden kamen wir dann an unserem Haus an und es war so schön. Die Zimmerverteilung erfolgte recht zügig und problemlos, das Auto war irgendwie schneller aus- als eingeräumt und der Kinderwagen stand sofort zur ersten Ausfahrt bereit. Ein schnelles Mittagessen stillte den Hunger und nachmittags gingen wir dann das erste Mal zum Strand.


Abends trübte dann ein fiebernder Minimister die Stimmung und auch der Herr Papa machte schlapp. Dienstag fuhren wir zur Sicherheit zu einem Kinderarzt. Mittwoch fieberte dann die Minimadame, dem Papa ging es besser, jedoch klemmte er sich beim Duschen einen Nerv in der Schulter ein. Kurzum: Alle machten krank, außer Mama. Was nicht unbedingt entspannend ist. Aber ich wollte mir meinen Urlaub nicht vermiesen lassen.


Wir gingen immer wieder spazieren, waren stundenlang an der frischen Luft und am Wasser, auf einem wundervollen Spielplatz und bei einer Sandmann-Ausstellung. An zwei Tagen schaute ich mir morgens den Sonnenaufgang an und genoss die Ruhe. Immer bewaffnet mit meiner Canon.

Die fünf Tage waren wettertechnisch unschlagbar. Wir hatten so ein Glück. Sonne satt und kaum Wolken. Es hätte nicht besser sein können.



Der absolute Höhepunkt und krönende Abschluss: Ein Inselfeuerwerk am Donnerstag. Die Feuerwerke schlängelten sich an der Usedomer Küste entlang, 42 km in 90 Minuten. Einfach traumhaft. Atemberaubend. Unglaublich schön. Ich bin ja für sowas immer voll zu haben und bekomme Gänsehaut plus Augenwasser. Entgegen meiner Erwartungen haben die Blumenkinder das ganze Geknalle richtig gut verkraftet. Die Minimadame schaute fasziniert an den Himmel und der Minimister schlief ein. Vielleicht sollte ich auch mal Raketen und Glitzerdinger in die Lüfte schießen, damit hier Ruhe einkehrt.


Das war ein Urlaubsende, wie man es sich nur wünschen konnte.

Am Freitag traten wir dann wieder unsere Heimreise an. Nicht wirklich erholt und entspannt, aber mit einigen Fotos mehr im Gepäck und der Gewissheit, dass ich nächstes Jahr im Sommer wieder nach Karlshagen fahren werde.


Zuhaue erwartete mich dann das zweite Mal Chaos, bestehend aus riesigen Bergen Schmutzwäsche und einem Haushalt, der sich innerhalb kürzester Zeit nach unserer Ankunft aus mir vollkommen unerfindlichen Gründen in ein Schlachtfeld verwandelte. Dafür habe ich mir abends ganz spontan eine Massage bei meiner liebsten Lieblingsfotografin gegönnt. Hach, ich bin unserem Babysitter so dankbar dafür, dass sie sofort zu mir kam.

Heute ist Montag. Eigentlich sollte ich gut erholt in meine Arbeitswoche starten. Aber... Der Minimister ist nach wie vor krank und mich hat es nun auch erwischt. Ich werde mich jetzt auf mein Sofa begeben und Tee trinken.

Macht euch einen schönen Abend.



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