Montag, 21. Oktober 2013

Eine Herzenssache

Ich habe ein gutes Leben.

Einen Partner.
Zwei wunderbare und gesunde Kinder.
116 qm Wohntraum.
Einen gut bezahlten und recht sicheren Job.

Und dennoch poste ich heute über etwas, was sich mir leider immer öfter als Tabuthema offenbarte.

Die zerbrechliche Mama.

Ich schreibe darüber, dass ich es bin und eigentlich nicht sein darf. Wie mir immer öfter dieses Gefühl vermittelt wurde und sich Druck aufbaute, der mich letzten Endes in die Knie gezwungen hat. Ich schreibe darüber, um etwas in Erinnerung zu rufen, was meiner Meinung nach längst verloren gegangen ist:

Mamas sind Menschen.
Keine Maschinen.

...

Beginnen möchte ich mit einem Outing.

Ich bin überfordert.

Nicht mit den Kindern. Viel mehr mit der Tatsache, dass man dauernd funktionieren muss und scheinbar alle erwarten, dass man perfekt ist. Oder sind das die eigenen Vorstellungen des Mamaseins, die einen so an den Rande des Wahnsinns treiben?

Bei mir ist es vermutlich beides. Zum Einen sind in den vergangenen zwei Jahren viele Dinge vorgefallen, die mich und meine Nerven wirklich gefordert haben und sich dann noch um Haushalt und Kinder zu kümmern, brachte mich sehr schnell an das Ende meiner Kräfte. Ich hatte nie wirklich Pause, konnte daher nicht auftanken. Weder physisch, noch psychisch. Es hat mich so sehr ausgelaugt, dass ich oft weinend und verzweifelt in meinem Kopf nach einem Ausweg suchte. Und da ist der Haken... Mein Kopf. Ich bin eine chaotische Perfektionistin, die ungern die Kontrolle abgibt und liebend gern alles selbst in die Hand nimmt. Ich bin sehr gern durchorganisiert und plane lange im Voraus. Spontanität wirft mich oftmals aus der Bahn und bringt mein ganzes, so mühsam erdachtes, Konzept durcheinander. Läuft etwas anders, als ich es ursprünglich plante, dann brauche ich ein paar Stunden, um mich neu zu finden. Ich denke viel nach, sehr viel. Und ich halse mir viel auf. Hier eine Anfrage einer Freundin, dort eine Einladung und da eine Bitte... Ich kann sehr schlecht 'Nein' sagen. Aber ich arbeite daran.

Nun kam es also, dass ich des Öfteren in Tränen ausbrach, weil mich die gerade herrschende Situation bedrückte und ich nach Luft schnappte. In diesem Falle rede ich gern mit Freunden oder Familie. Ab und an ließ es sich nicht vermeiden, dass auch andere außenstehende Personen von meinen Problemen Wind bekamen und ihre Meinung lauthals öffentlich machten.

Ich bin für jeden Rat dankbar, keine Frage. Aber inzwischen bin ich sehr zurückhaltend geworden, was das Fragen oder Hilfesuchen angeht. Reaktionen wie "Das haben wir alle durch, ist doch nicht schlimm" oder "Nun hab dich mal nicht so, alles halb so wild", aber auch "Du wolltest es doch so"... Ja, sie haben mich verunsichert und teilweise auch stark verletzt.

In den vergangenen Wochen sah es bei mir so aus, dass ich wieder sehr gefordert wurde. Das dauernde Kranksein des Minimisters und die ständigen Gänge zum Arzt, schlaflose Nächte und Schreiattacken haben an mir genagt und mir setzte besonders zu, dass ich meinem Sohn nicht helfen konnte. Ich merkte immer mehr, dass mir meine innere Ruhe fehlte. Die Ruhe, die doch so wichtig war, um gut reagieren und ihn mit seinen Wehwehchen auffangen zu können. Mir fiel es zunehmend schwerer, mich auf meine so geliebten Blumenkinder einzulassen, mich mit ihnen zu beschäftigen, mich um sie zu kümmern.

Macht es mir Angst? Ja. Und es ist auch nicht einfach, das alles zuzugeben. Denn es fühlt sich nach Versagen an.

"Mensch, du musst doch durchhalten." Das hörte ich neulich. Muss ich das? Muss ich immer tapfer sein? Muss ich immer alles locker meistern und jede Hürde mit Leichtigkeit nehmen? Muss ich allen Frust, die Angst und Sorgen mit mir allein ausmachen?

Nein.

Und NEIN, ich habe nicht versagt. Ich bin lediglich an meine Grenze gekommen. Falsch. Eigentlich bin ich schon weit darüber hinaus. Überschritten habe ich sie vermutlich schon im letzten Jahr und mich immer von einem Tag zum nächsten gehangelt. Doch nun ist einfach ein Punkt erreicht, wo es eben nicht mehr geht, wo ich nicht mehr so tun kann, als sei alles nur eine Kleinigkeit und bald erledigt. Ich bin eben zerbrechlich. Ich bin ein Mensch. Keine Maschine. Die Arbeit hätte ich in diesem Zustand nicht voll aufnehmen dürfen, aber ich habe es versucht und stieg vor zwei Monaten wieder mit meiner vollen Stundenanzahl ein. Nach fast zwei Jahren Pause. Und ausgelaugt, wie ich auch zu diesem Zeitpunkt schon war. Nun habe ich mich dazu entschieden, meine Stunden zu reduzieren und mir so einen freien Tag in der Woche zu schaffen. Seit ich diese Entscheidung getroffen habe, geht es mir gut. Ich habe meine innere Ruhe ein Stück mehr zurück. Ein Teil der täglichen Belastung ist von mir abgefallen.

Fakt ist doch, dass man sich nicht schämen muss. Ich habe es eben nicht geschafft, all meine Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. Ich bin zu sehr auf der Strecke geblieben. Dafür habe ich mir nun meinen ganz eigenen Rettungsplan zusammen gestellt. Und ich lasse mir auch von niemandem mehr sagen, dass ich durchhalten MUSS. Denn das muss ich nicht. Nirgends steht geschrieben, dass man als Mama immer gut drauf sein muss, immer den Kopf oben zu tragen hat und Tränen zurück zu halten sind. Wenn mir danach ist, dann weine ich. Wichtig ist doch am Ende, dass ich mich nicht aufgebe.

...

Warum denke ich, dass das nach wie vor ein Tabuthema ist?

Ich persönlich finde, dass man zu schnell abgestempelt wird, wenn man aus seiner Not kein Geheimnis macht. Es gibt so viele Frauen, die ihre Probleme mit sich allein austragen, weil sie sich einfach nicht trauen und Angst vor den Reaktionen haben. Ja, man hat seine Kinder gewollt (im Normalfall) und ja, man liebt sie. Aber dennoch ist man manchmal verzweifelt, am Ende der Kraft und des Wissens. Und manchmal wirkt man eben überfordert, ist es vielleicht auch. Und es ist ok. Denn wir funktionieren nicht nach einem bestimmten Schema F, welches fehlerfrei abgerufen wird und ohne große Pannen durch den Tag kommt. Wir sind emotional, das macht uns doch so besonders. Aber leider wird nach wie vor zu selten darüber gesprochen.

Liebe Mamas,

der Haushalt kann auch mal liegen bleiben. Es muss nicht überall blitzen und glänzen. Niemand möchte bei euch vom Boden essen, außer eventuelle Haustiere oder vielleicht die Kinder. Es muss auch nicht jeden Tag ein superdupermegatolles Beschäftigungsprogramm aufgefahren werden. Sagt auch mal 'Nein' und nehmt euch eine kleine Auszeit. Und weint, wenn euch danach ist. Lasst euch von niemandem sagen, dass ihr immer stark sein müsst. Das sind wir oft genug und zwar nicht nur für uns. Denn alles, was wir tun, tun wir immer auch für unsere Kinder. Die haben nichts von einer ausgelaugten Mama, die am absoluten Minimum läuft. Das habe ich gemerkt. Warum muss die ganze Verantwortung auf euren Schultern lasten? Das verlangt niemand. Fragt nach Hilfe, wenn ihr sie braucht. Es macht euch nicht zu einer schlechten Mama, wenn ihr es mal nicht alleine schafft.

Ich bin gerade dabei, mein Leben etwas umzukrempeln und die erste Entscheidung fühlt sich gut an. Was sich gut anfühlt, ist in der Regel auch richtig. Ich höre einfach wieder öfter auf mein Innerstes. Und ich passe auf mich auf.

Auf meinen Körper.

Auf meine innere Ruhe.

...

Ich danke euch für eure Geduld beim Lesen.

Kommentare:

  1. Heute ist bei mir auch gerade wieder so ein Tag... dein Post trifft das Ganze wohl auf den Kopf :) Durchatmen und Kopf hoch...

    Liebe Grüße <3

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    1. Ich hoffe, dass dein Tag trotz allem schön endete und du mit neuer Energie in einen neuen Tag starten konntest.

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  2. Hut ab und ich finde es klasse das du so offen darüber schreibst ... ich habe mich beim Lesen in dir wieder gespiegelt und ich muss auch unbedingt was ändern ... ich weiss es nur das Umsetzen ist sehr schwer .
    Danke für diesen Post !!!

    ♡ Marion

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    1. Das Umsetzen ist wirklich sehr schwer. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich den Dreh raus hatte bzw. den ersten Schritt wagte. Trau dich, es kann nur gut werden :) Liebe Grüße.

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  3. Genauso ist es und es ist traurig ... du schreibst vielen aus der Seele. Ich könnte dem noch einiges hinzufügen.
    Sei lieb gegrüßt und gedrückt.
    Maria, von Sonnengelb&Himmelblau

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    1. Oh ja, hinzufügen könnte ich auch noch so einiges. Aber dann wäre der Post wohl noch immer nicht fertig :) Ich hoffe, dass sich nun einige Mamas ermutigt fühlen. Liebe Grüße.

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  4. Ich danke Dir, dass Du das geschrieben hast. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass Du da bei vielen Mama's auf den richtigen Nerv triffst.

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  5. Ich glaube du schreibst, was in ganz vielen Mamas vorgeht.
    Und ja, ich denke, es hat sehr viel mit den eigenen Erwartungen an sich als Mama zu tun. Ich selber arbeite oft von zu Hause aus und erwische mich dabei, wie ich in freien Momenten ganz schnell ein schlechtes Gewissen entwickele. Und das ist wirklich fatal, denn ich merke andererseits auch, dass die Zeit für mich selber nicht nur mir sondern auch meiner Familie gut tut.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Vertrauen in die eigene Intuition!

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  6. Da sag ich einfach mal aus tiefstem Herzen - Danke :D

    Ganz liebe Grüße

    Mine

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  7. Ohja. Der liebe Kopf der einem immer wieder flüstert du musst du musst du musst. Auch ich drehe mich Gerade im kreis und Bin durch krankheit, haushalt,kinder,selbstständigkeit und meinen Anspruch an mich selbst an meine grenze gekommen. Nein ich habe sie überschritten. Das machen fällt mir schwer.
    Liege Jede minute im bett und hoffe immer wieder das die kids Lange schlafen. Werde laut weil die trotzphase meines sohnes an den letzten nerven ziehen.und verzweifel danach daran weil es mir so leit tut. Deinen hoch an alle mamas. Es ist tool was ihr meistert....

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  8. Sehr sehr gut geschrieben!! Und ich kann dir nur zustimmen...wir alle haben unsere Grenzen. Man muss sie kennen und auch mal überschreiten, um zu sehen was wirklich wichtig ist. Manchmal auch nur für den Moment und Grenzen können sich auch verschieben... wir müssen unsere kostbare Zeit nutzen. Dabei muss man nicht immer Vollgas durchs Leben fahren. Anhalten und durchatmen muss auch sein.


    Ganz liebe Grüße,
    Mariana

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  9. Danke für diesen wundervollen Post. Ich habe Tränen in den Augen. Ich bin alleinerziehend, habe also keinen Partner, aber zwei kleine Kinder. Ich muss also durch halten!

    Ganz liebe Grüße
    Brigitte

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    1. Ich ziehe meinen Hut vor allen alleinerziehenden Eltern, egal ob Mama oder Papa. Halte durch, aber gönne dir Auszeiten, um danach gestärkt weitermachen zu können. Liebe Grüße.

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  10. Ganz toller Beitrag, ich bewundere deine Ehrlichkeit und stimme aus ganzem Herzen zu!!
    Bin alleinerziehende Studentin mit einem Sohn und auch das bringt mich oft an meine Grenzen (allein schon vom Zeitmanagement), aber man möchte einfach irgendwie immer perfekt sein :)
    Liebe Grüße,
    Steffi

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    1. Das glaube ich dir gerne. Aber dein Sohn wird dich auch perfekt finden, wenn du dir mal kein Bein ausreißt :) Ganz liebe Grüße

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  11. Du sprichst mir aus der Seele.danke für den tollen Post!
    Ich drücke dir alle Daumen, dass du es schaffst, dich etwas "freizuschaufeln", für dich und deine Kids.

    Lieben Gruß,
    Melanie

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    1. Ich danke dir für deine lieben Worte. Liebe Grüße

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  12. DANKE für deine tollen ehrlichen Worte und ja ich bin auch schon lange in diesem "Teufelskreis" und möchte immer gern die Notbremse ziehen aber zur Zeit leider nicht möglich aber ich hoffe, dass ich wenigstens ein bißchen wachgerüttelt bin und merke : es MUSS was geändert werden - stoße gerade auch wieder an meine Grenzen und es ist schwer, dass Stoppschild zu zeigen
    Dir alles Gute, viele Ruhemomente und Zeiten für Dich liebe Grüße Gaby

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    1. Vielen Dank und ich hoffe, dass dir bald die Flucht auch diesem Teufelskreis gelingt.

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  13. Vielen lieben Dank - deine Worte sind ehrlich und so viele trauen sich nicht, sie auszusprechen! Gut, dass du es gemacht hast. Denn du hast absolut recht!

    Ich unterschreibe jedes einzelne Wort bei dir. Mich hat diese ganze Spirale nun sehr krank gemacht, hat mich während meiner momentanen Schwangerschaft fast das Leben gekostet. Alles nur, weil ich mich - genau wie du - immer perfekt gegeben habe, nicht nein sagen konnte, für jeden Kunden noch eine Extrawurst klargemacht habe - und das alles für meist noch nicht mal ein Danke, einen Hungerlohn und meist noch Gemaule, weil es einen Tag länger gedauert hat.

    Ich bin wachgerüttelt - auch sehr schmerzhafte Weise. Ich bin immer noch krank, habe noch 3 Monate Schwangerschaft vor mir und mir das alles nicht so vorgestellt. War immer nur für die anderen da. Das geht so nicht.

    Wir müssen zugeben können, wenn es nicht mehr geht. Wir müssen uns Hilfe holen - aber auch die Helfenden müssen lernen, sich mal Allerwelts-Sprüche abzugewöhnen, hinzuhören und es muss auffallen, wenn jemand, der bisher immer taff war, wirklich mal um Hilfe bittet!

    Und nein, wir sind keine Übermütter, keine Roboter, keine Superhelden - wir sind Mamas und wir sind Menschen. Wir dürfen auch mal schwach sein.

    Ich wünsche jedem, dass er aus dem Hamsterrad entkommen kann, bevor es zu spät ist und er so einen extremen Warnschuss vor den Bug bekommt, wie es bei mir der Fall war. (Hätte meine OP vor 6 Wochen nur 2 Std später stattgefunden, würde es heute weder mein Baby noch mich geben auf dieser Welt!)

    Sei ganz lieb gegrüßt, Jennifer

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    1. Ich hoffe, dass es dir und deinem ungeborenen Baby jetzt gut geht. Genieße die restliche Schwangerschaft und sage auch mal 'Nein', dir und deinem Baby zuliebe. Ganz liebe Grüße und alles erdenklich Gute :)

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  14. Danke für Deine Ehrlichkeit und Deine Offenheit! Du bist eine starke Frau und gibst damit auch vielen anderen Kraft. Manchmal muss es einem wohl erst richtig schlecht gehen, damit man wieder auf sich selbst achtet...

    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg, pass weiter gut auf Dich auf - einen ganz lieben Gruß von der Anja

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    1. Vielen Dank für diese wunderschönen Worte :)

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  15. Liebes wunderbluemchen, was ist es schön deine worte zu lesen. Aus dem einfachen grund, dass man sowas doch in "echt" nie hoert. Wo man hinsieht ist einfach immer alles nur perfekt. So ein quatsch. Man hoert allerdings aus deinen worten, dass du bereits viel nachgedacht hast, lernprozesse hinter dir hast und auch keine 20 mehr bist,-). Ist das die oft beschriebene "reife"? Mir geht es oft wie dir. Mein mann ist beruflich sehr eingespannt, oft fuehle ich mich gerade mit unserer teenitochter überfordert. Wir haben einiges geändert, ich habe einiges gelernt oder bin noch dabei loszulassen und dabei doch "am ball zu bleiben". Ein grosser wunsch waere es allerdings eine putzfrau zu haben. Diesen luxus einmal wöchentlich wuerde ich mir wahnsinnig gern erfuellen. Da happert es allerdings an der umsetzung...woher, wen, etc.pp. mal sehn. Das leben ist wirklich nicht einfach und ein immer waehrender lernprozess. Ganz wichtig:nein sagen koennen ohne sich schlecht zu fuehlen und sich keine Verantwortung aufladen wo man gar keine hat. Ich denke bis wir in rente sind sind wir etwas weiser,-). Alles liebe myri

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    1. Liebe Myriam, ich habe sehr viel nachgedacht. Da liegst du richtig :) Und ich bin auch keine 20 mehr, allerdings auch noch nicht jenseits der 30, hihi ;) Bei mir trat diese "Reife" aus verschiedenen Gründen sehr früh ein. Allerdings haben mich die vergangenen zwei Jahre nochmal etwas "altern" lassen. Ich hatte genug Zeit, um mir über meine Prioritäten klar zu werden.

      Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück, Geduld und Liebe, Verständnis und Kraft für diese so schwere Teenie-Zeit. Meine war der Horror :) Für meine Mama wohl noch mehr als für mich ^^

      Im Übrigen habe ich meinem Lebensgefährten verkündet, dass ich künftig eine Putzfrau kommen lassen will. Wenigstens für die großen groben Sachen. Und ich suche. Denn diesen Luxus habe ich mir einfach verdient (und er auch).

      Alles Gute und liebe Grüße.

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  16. Hallo,
    ich habe diesen besondern Link, gestern von meiner Freundin, mit den Worte :"Solltest du mal lesen!" bekommen.
    Na guuut, dachte ich, mussu mal lesen.
    Ich hab´s 3x gelesen, mit pipi in den Augen. Hey, woher kennt das Wunderblümchen mein Leben, mein Glück, mein Leid....
    Nach lesen der ganzen Kommentare stelle ich fest, man ist als Frau/Mutter/Ehefrau, nicht ganz allein , mit seinen ganzen Aufgaben ist. Ich weiß, warum meine Freundin gesagt hat, ließ das mal. So viele Dinge, die ich für mich heraus lese. Mein momentaner "Untergang" ist, das mein Ältester mit 12 Jahren beschlossen hat, bei Papa leben zu wollen. Bis zu einem bestimmten Grad ist man stark und Tapfer....Frau will ja dem Rest nicht zeigen, das man am Ende ist, nicht mehr kann.... Seit ner guten Woche hat mich ne fette Erkältung dahin gerafft. Als Mutter funktioniert man trotzdem, auch beruflich...
    In Gedanken sprichst du mir in sehr, sehr vielen Dingen aus der Seele. Ich weiß, das ich auch ewas ändern muß...im Kopf ist es aber nocht nicht so weit, es hat nocht NICHT richtig klick gemacht.
    Hach, das Leben könnte soooo einfach sein.

    *tiefLufthol

    ich werd jetzt mal in deinem blog stöbern gehen

    Leeve Jrööß
    Schnulli

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    1. Ich wünsche dir gute Besserung und vor allem ganz viel Kraft. Ich kann mir nicht vorstellen, was du gerade durchmachst. Denn ich habe kein Kind, was plötzlich bei Papa leben will. Mir würde es wohl das Herz zerreißen. Und ich wünsche dir, dass es 'klick' macht, denn dann fühlt sich alles so viel besser an.

      Liebe Grüße :)

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  17. Liebes Wunderblümchen, bei mir musste erst vor fast auf den Tag genau 4 Jahren meine Mutter sterben! Da wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich nun die nächste Generation bin und auch irgendwann "dran"! Ich war Ende 40, also kurz vor der "magischen Zahl", hatte ein heftiges Burnout hinter mir und von meinen 7 Kindern immer noch 4 zuhause (jetzt nur noch 3!) Dazu eine Landwirtschaft im Vollerwerb mit der es immer schlechter ging. Mittlerweile sind alle Milchkühe vom Hof - aber den mal neu gebauten Stall zahlen wir noch weiter ab. Will nur sagen, das Leben war nie einfach für mich, ich aber immer die Starke, die ja immer gut drauf ist, alles in Griff hat, der man noch mehr aufhalsen konnte!
    Ja und dann kam, wie gesagt, der Tag X - seitdem lebe ich anders. Bewusster! Wie Du schon schreibst, mir ist es mittlerweile egal, ob man von meinem Fußboden essen kann oder nicht - ich hab keine kleinen Kinder mehr! Und wenn meine Enkeline kommt, dann kann ich immer noch schnell den Wischer schwingen. Ich hab allerdings das Glück, dass meine Tochter da nicht pingelig ist - und die Enkeline kerngesund! ;-) Heute mache ich im Haushalt was ich machen MÖCHTE, man kann nicht vom Fußboden essen, einen Frauentausch würde ich wohl nicht unbeschadet und mit "nein, wie kann man denn nur soooo leben????" überstehen, aber das ist mir ziemlich wurscht. Ich LEBE! Versuche die Tiefschläge, die mich weiter, und gerade momentan täglich, überrollen, zu überstehen. Ich "jammer" auch mal bei FB, denn "so ist das Leben nun mal" hilft mir irgendwie so gar nicht! Ich nehme mir meine Auszeiten, sag auch mal nein und dreh auch nicht mehr durch, wenn die Kinder mit Papa vorm Fernseher sitzen (ist eh selten genug!)! Weiss ich, was MORGEN ist????? In diesem Sinne, schaut alle auf Euch! Ich musste 50 werden, um zu dieser Einstellung zugelangen! Andrea

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    1. Liebe Andrea,

      es tut mir sehr leid, dass du durch so einen traurigen Moment wachgerüttelt wurdest.

      Ob du nun 50 werden musstest oder man diese Einstellung schon eher oder noch später bekommt... Wenigstens hast du sie bekommen und kannst es noch genießen. Dafür wünsche ich dir alles Gute, viel Kraft für den täglichen Wahnsinn, viel Liebe für deine Familie und von deiner Familie und vor allem Gesundheit. Denn die leidet am Ende am meisten unter all dem aufgebauten Druck und Ehrgeiz.

      Liebe Grüße.

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